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Donnerstag, 7. Dezember 2006

Schneemangel berechtigt nicht zur kostenfreien Stornierung

Potsdam/München (dpa/gms) - Der Schneemangel in vielen Skigebieten Europas hält an - und viele Urlauber machen sich allmählich Gedanken, was nun mit dem Skiurlaub werden soll. Einen Rechtsanspruch auf kostenlose Stornierung oder Umbuchung haben sie jedenfalls nicht.


Potsdam/München (dpa/gms) - Der Schneemangel in vielen Skigebieten Europas hält an - und viele Urlauber machen sich allmählich Gedanken, was nun mit dem Skiurlaub werden soll. Einen Rechtsanspruch auf kostenlose Stornierung oder Umbuchung haben sie jedenfalls nicht.

«Diese Möglichkeiten bestehen nur, wenn der Reiseveranstalter oder Hotelier im Prospekt Schneesicherheit garantiert hat», sagt Sabine Fischer von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam. Der fehlende Schnee sei weder ein Reisemangel noch höhere Gewalt. «Schließlich kann man auch bei einem verregneten Urlaub nichts machen», so die Expertin für Reiserecht.

Immer noch ist Wintersport in den Alpen nur sehr eingeschränkt möglich. Nur in sehr hohen Lagen und auf den Gletschern sind schon Pisten geöffnet, wie aus einer Umfrage des dpa/gms-Themendienstes hervorgeht. «Es sieht noch mau aus», sagt etwa Manfred Küppers von Alpenplus in Bayrischzell, einem Zusammenschluss von 75 Bergbahnen und Skiliften in Oberbayern und Tirol. 2005 habe die Saison schon am 17. November begonnen. «Da konnten wir 151 Skitage anbieten.» Allerdings sei das auch ein Rekordwinter gewesen.

«Im Großen und Ganzen ist die Situation nicht so rosig», sagt auch Ralph Eder vom Deutschen Skiverband in München. Wenn es schon keinen Schnee gebe, so müssten doch zumindest die Temperaturen sinken, um die Pisten beschneien zu können. «Das geht dann ruckzuck.» Echten Schnee gibt es in Deutschland bislang vor allem auf der Zugspitze. «55 Zentimeter - aber auch nur auf dem Berg», heißt es beim Tourismusverband München-Oberbayern.

Zwar hoffen die Wintersportregionen auf einen Wetterumschwung in den kommenden Tagen: «Der Wetterbericht sagt Schnee in höheren Lagen voraus», sagt Küppers. Doch Schnee alleine nütze wenig: «Es muss knackig kalt werden.» Denn wegen der durch Föhn verstärkten Rekordtemperaturen in den vergangenen Wochen sei der Boden noch zu warm.

In Österreich sind mancherorts immerhin die Nachttemperaturen so, dass mittlerweile die Schneekanonen angeworfen werden. Vereinzelt gibt es schon Schnee, wie im mehr als 2000 Meter hoch gelegenen Kühtai in den Stubaier Alpen oder in dem ähnlich hohen Obergurgl im hinteren Ötztal. Ansonsten vertröstet die Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Petra Stolba, die Touristen auf das «differenzierte Winterangebot, das nicht allein an Schnee gebunden ist». Sie empfiehlt Wandern und Wellnessangebote.

Vergleichsweise gut steht die Schweiz da - allerdings auch nur auf über 2000 Metern Höhe. «Wir mussten diverse Saisoneröffnungen verschieben», räumt Lukas Hammer von Schweiz Tourismus in Düsseldorf ein. In den hohen Lagen sei jetzt aber Schnee zu finden. «Wir brauchen noch vier oder fünf Tage kalte Temperaturen, damit er liegen bleibt.»

Ralph Eder vom Skiverband empfiehlt Wintersportlern, vor der Abreise in dem jeweiligen Zielort anzurufen oder sich im Internet zu informieren. Dann sollte genau nachgefragt werden: Wie viele Lifte laufen? Wie viele Pisten sind offen? «Es nützt ja nichts, wenn nur drei Pisten offen sind, und dann drängen sich da 24 000 Leute», sagt der Experte. Auf der sicheren Seite seien Skifahrer auf den Gletschern.

Mängelansprüche können Urlauber lediglich geltend machen, wenn gebuchte Skikurse oder -wanderungen wegen Schneemangels nicht zustande kommen. Diese Mängel werden laut Fischer nicht durch den Reiseveranstalter verschuldet. Vielmehr handelt es sich um ein «kalkulatorisches Problem», da der Reisende eine bereits bezahlte Leistung nicht in Anspruch nehmen konnte. Eine Rückerstattung der Teilkosten können Urlauber innerhalb von vier Wochen nach Ende der Reise schriftlich beim Veranstalter beantragen.

Viele Kunden warten die Lage nach Angaben von Reiseveranstaltern derzeit offenbar ab. Umbuchungs- oder Stornowünsche von Alpen- Urlaubern seien derzeit noch «kein Thema» in den Call-Centern für die Reisebüros, sagte eine TUI-Sprecherin in Hannover. Bei ITS in Köln sieht es ebenso aus.


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