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Donnerstag, 13. September 2007

Heute schon an morgen denken - Eltern sollten vorsorgen

Berlin/Stuttgart (dpa/tmn) - Eltern sorgen sich oft unnötig. Geht es um die Familienfinanzen, raten Experten aber tatsächlich, weit in die Zukunft zu schauen und zu überlegen, welche Kosten zu erwarten sind - etwa wenn die Kinder studieren möchten.


Es zahlt sich aus, wenn Familien Geld zur Seite legen, zum Beispiel wenn Kinder studieren möchte. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Berlin/Stuttgart (dpa/tmn) - Eltern sorgen sich oft unnötig. Geht es um die Familienfinanzen, raten Experten aber tatsächlich, weit in die Zukunft zu schauen und zu überlegen, welche Kosten zu erwarten sind - etwa wenn die Kinder studieren möchten.

Finanzvorsorge hat daher immer öfter auch mit der Ausbildung der Kinder zu tun - und kann dann ruhig schon beginnen, wenn sie gerade in die Schule gekommen sind. «Je länger der Ansparzeitraum ist, umso mehr profitiert man vom Zinseszins», sagt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin.

Wichtig ist laut Tanja Beller vom Bundesverband deutscher Banken in Berlin zuerst das kontinuierliche Sparen - und nicht die große Summe. «Auch bei 50 Euro oder weniger im Monat kommt im Lauf von zehn Jahren einiges zusammen.» Eine vernünftige Möglichkeit seien Fondssparpläne.

Denkbar sei es zwar auch, regelmäßig Wertpapiere zu kaufen, deren Rendite den Kindern zugute kommt. Sicherer seien aber Sparvarianten «per Dauerauftrag», sagt Beller. Das Sparbuch hat hier noch nicht komplett ausgedient, aber spürbar an Bedeutung verloren.

Eine Ausbildungsversicherung hält Niels Nauhauser dabei für die schlechteste Variante: «Sie bringen nur eine mittelmäßige Rendite bei gleichzeitig mittelmäßiger Risikoabsicherung», sagt der Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Stuttgart. Für ebenfalls nicht ratsam hält Nauhauser Bausparverträge. «Das ist zwar relativ sicher, aber es gibt anderswo bessere Renditen.»

Wer regelmäßig etwas sparen möchte, ist nach Einschätzung des Verbraucherschützers mit einem Banksparvertrag gut bedient, der feste Zinsen bringt. «Das lässt sich auch mit einem Aktienfondssparplan kombinieren.» Eine Alternative sei das regelmäßige Investieren in Bundesschatzbriefe. «Oder man überweist monatlich etwas auf ein Tagesgeldkonto.»

«Noch vor wenigen Jahren wurde bevorzugt in Lebensversicherungen investiert, um langfristig zu sparen», sagt Stefanie Kühn. «Aber das ist schon wegen der mangelnden Flexibilität, der schlechten Rendite und der geringen Kostentransparenz nicht empfehlenswert», sagt die Finanzökonomin aus Grafing bei München.

Vernünftiger sei, für überschaubare Zeiträume zu sparen - etwa während der Schulzeit. Grundsätzlich ist auch Kühn dafür, möglichst früh zu beginnen. «Ein Sparbrief der Hausbank ist meistens gar nicht schlecht.» Aber auch ein Aktienfondssparplan sei eine gute Wahl.

Wenn Eltern erst etwas später anfangen zu sparen, schrumpft der Sparzeitraum: «Dann sind Festgeld oder Tagesgelder besser als Fonds.» Auch die Höhe der regelmäßigen Sparbeträge sollte überlegt werden. Zwar sagen alle Experten: «Schon kleine Beträge rechnen sich». Kühn sagt aber auch: «Jede 25 Euro, die man mehr spart, sind sinnvoll.»

Wenn für die Kosten eines Studiums gespart werden soll, geht es um mehr als Kleckerbeträge. Wer 15 Jahre lang monatlich 100 Euro mit 4,5 Prozent Zinsen anlegt, bekommt rund 25 000 Euro heraus. Hochgerechnet auf ein fünfjähriges Studium wären das knapp 415 Euro im Monat. Damit kommt kein Student hin, aber es wäre zumindest eine solide Grundlage.

Stefanie Kühn rät Eltern, im Interesse ihrer Kinder aber zunächst an sich selbst zu denken: «Die Berufsunfähigkeitsversicherung geht vor.» Darüber hinaus sei zu überlegen, wie weit man für die eigene Pflege im Alter oder nach einem Unfall vorsorgen will - etwa mit einer Pflegerentenversicherung.

Literatur: Stefanie Kühn: Finanzratgeber für Eltern, Redline Wirtschaft, ISBN 978-3-636-01412-2, 19,90 Euro.


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