Geldgeschäfte im Netz: Miete überweisen und Depot verwalten
Berlin/Düsseldorf (dpa/gms) - Morgens um sieben die Miete überweisen und kurz vor dem Schlafengehen noch schnell Optionsscheine kaufen: Online-Banking und Online-Brokerage bringen vor allem eins - Unabhängigkeit.
Berlin/Düsseldorf (dpa/gms) - Morgens um sieben die Miete überweisen und kurz vor dem Schlafengehen noch schnell Optionsscheine kaufen: Online-Banking und Online-Brokerage bringen vor allem eins - Unabhängigkeit.
Denn den täglichen Zahlungsverkehr ins Internet zu verlegen, ist nicht schwierig. Und immer mehr Kunden nutzen laut dem Bundesverband Deutscher Banken in Berlin diesen Service. Um aber über das Internet Aktiendepot, Fonds und andere Anlagen zu verwalten, braucht es etwas Vorwissen.
Die Anmeldung zum Online-Banking ist in der Regel kostenlos. Ob es allerdings Preisvorteile bringt, müsse der Kunde im Einzelfall entscheiden, sagt Hartmut Strube von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. Bei Filialbanken sei das meist nicht der Fall, sagt Michaela Roth vom Deutschen Sparkassen- und Giroverband in Berlin. Und bei Angeboten von Direktbanken, die mit kostenlosen, online geführten Girokonten werben, sollten Verbraucher vor allem auf eines achten: wo der nächste Geldautomat steht. Denn Bargeld gibt es nicht per Datenleitung.
Online-Konten eigneten sich aber gut für den Zahlungsverkehr - für Überweisungen und Daueraufträge -, sagt Roth. Zwei Verfahren sind beim Online-Banking möglich, erläutert Kerstin Altendorf vom Bankenverband: Das so genannte PIN/TAN-Verfahren und HBCI (Home Banking Computer Interface). HBCI funktioniert wie die Bezahlung mit EC-Karte im Supermarkt - mit einem Kartenlesegerät und einer speziellen Software. Beim PIN/TAN-Verfahren erhält der Kunde ein Passwort, eine Geheimzahl, die PIN und eine Liste von Transaktionsnummern (TANs).
«Ganz wichtig ist dazu aber ein aktueller Virenschutz», sagt Matthias Gärtner vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn. Auch eine Firewall, die den Rechner vor Angriffen aus dem Internet schützt, sollte vorhanden sein. Kostenlose Schutzprogramme gibt es unter www.bsi-fuer-buerger.de.
Denn Gefahren gibt es genug: Sicherheitshalber sollte die Internetadresse des Bankportals immer per Hand eingegeben werden, sagt Gärtner. Eine sichere Sitzung wird durch das «https://» in der Adressleiste und ein kleines geschlossenes Vorhängeschloss in der unteren Browserleiste angezeigt. Dennoch sollten Online-Banker regelmäßig ihre Kontoauszüge kontrollieren. «Und zwar die aus dem Konto-Auszugsdrucker», sagt Gärtner. Denn auch die Anzeige im Internet könne manipuliert werden.
Mit HBCI sind solche Sorgen dagegen unbegründet. Denn hier werden die Daten mittels bestimmter Internetprotokolle direkt zur Bank übertragen. Allerdings muss der Bankkunde neben dem Kartenlesegerät auch eine HBCI-Karte und eine Software anschaffen. Für alles zusammen müssen etwa 100 Euro investiert werden, sagt Michaela Roth. Und der Nachteil ist, dass Online-Banking damit immer nur von ein und demselben PC aus möglich ist.
Während Online-Banking sich im Prinzip für jeden Bankkunden eignet, der sich etwas mit dem Internet auskennt, sollten Nutzer von Online-Brokerage auch einiges an Erfahrung im Finanzgeschäft mitbringen, sagt Kerstin Altendorf. «Das ist nichts für Anfänger, da die Bank nicht berät», sagt Strube. Der Kunde müsse sich das Wissen selbst aneignen und haftet dementsprechend auch für seine Fehler.
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