Wenige Versicherungen schützen vor Vandalismus am 1. Mai
Nur wenige Versicherungen schützen vor ausufernden «Maischerzen» oder gar Vandalismus am 1. Mai. Einzig die Vollkasko-Versicherung für das Auto gehe in Leistung, wenn sich Dritte am eigenen Auto austoben.
Berlin (dpa/gms) - Nur wenige Versicherungen schützen vor ausufernden «Maischerzen» oder gar Vandalismus am 1. Mai. Einzig die Vollkasko-Versicherung für das Auto gehe in Leistung, wenn sich Dritte am eigenen Auto austoben.
Darauf weist Stephan Schweda vom Gesamtverband der Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin hin. Wenn allerdings jemand wisse, dass in bestimmten Gegenden Krawalle stattfinden oder es sogar eine Polizeiwarnung gegeben habe, sollte er sein Auto rund um den 1. Mai besser woanders parken. Sonst könne es passieren, dass die Versicherung wegen grob fahrlässigen Verhaltens einen Schaden nicht übernimmt.
Vor allem in Süddeutschland haben Maischerze Tradition. So werden in der Nachbarschaft Gartenmöbel oder Mülltonnen versteckt. Autos werden mit Klopapier umwickelt oder mit Eiern beworfen. Häufig kommt es jedoch auch zu Sachbeschädigungen und gefährlichen Situationen. So verzeichnete die Polizei im Raum Stuttgart im vergangenen Jahr viele ausgehobene Kanaldeckel. Eine besondere Rolle spielt der 1. Mai auch in Berlin, wo es in den vergangenen 15 Jahren vor allem im Stadtteil Kreuzberg immer wieder zu Ausschreitungen kam.
Bei Schäden an Gebäuden sei dagegen nur denkbar, dass eine Glasversicherung einspringt, wenn Scheiben zu Bruch gegangen sind. Die zahle unabhängig von der Ursache, sagt Schweda. Auf die Hausrat- oder Wohngebäudeversicherung könne sich ein Versicherter dagegen nicht verlassen. Die einfache Hausratversicherung gehe zum Beispiel meist nur bei Einbruchdiebstahl in Leistung. Wenn die ungesicherten Gartenmöbel in der Nacht zum 1. Mai von der Terrasse verschwinden, müssen Hausbesitzer also selbst für den Schaden aufkommen. «Im Zweifel stehen die aber dann nur zwei Gärten weiter oder auf dem Garagendach», sagt Schweda. Denn bei Maischerzen sei Diebstahl meist nicht das entscheidende Motiv.
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