Selbstverletzung: Online-Test soll Eltern warnen
Düsseldorf (dpa/gms) - Wenn Jugendliche sich selbst Schnittwunden oder andere Verletzungen zufügen, bleibt dieses so genannte Ritzen oft unerkannt. Das teilt der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP) in Düsseldorf mit.
Düsseldorf (dpa/gms) - Wenn Jugendliche sich selbst Schnittwunden oder andere Verletzungen zufügen, bleibt dieses so genannte Ritzen oft unerkannt. Das teilt der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP) in Düsseldorf mit.
Abhilfe soll ein neuer Online-Test für Eltern und Angehörige schaffen: Der Test ist unter www.kinderpsychiater-im-netz.de abrufbar. Da selbstverletzendes Verhalten meist mit vielfältigen psychischen Problemen zusammenhänge, Suchtcharakter besitze und zum Selbstmord führen könne, sei eine frühe Erkennung notwendig.
«Je schneller die Krankheit behandelt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten», sagt Christian Fleischhaker, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie aus Freiburg. Seit rund 30 Jahren sei bundesweit eine erhebliche Zunahme von Selbstverletzungen bei Jugendlichen zu beobachten. Vor allem Mädchen und junge Frauen fügten sich mit Rasierklingen, Glasscherben oder Sicherheitsnadeln Wunden zu. Auch Verbrennungen mit Zigaretten oder Verätzungen kämen vor.
Mit ihrem Verhalten versuchten die Jugendlichen, seelische Leiden zu unterdrücken. Oft erlitten die Betroffenen traumatische Erfahrungen wie sexuellen Missbrauch oder körperliche Misshandlungen. Auslöser für aktuelle Ritzattacken seien meist unmittelbar belastende Ereignisse wie Streit mit Freunden oder Eltern sowie Ausgrenzung in der Schule.
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