Saft und Salat für die Abwehrkraft
Köln/Mannheim (dpa/tmn) - Die Tage sind kürzer und das Wetter ist neblig und regnerisch - im Herbst werden die Abwehrkräfte auf eine harte Probe gestellt. Daher muss der Körper Energie tanken - und für den Winter Reserven aufbauen.
Köln/Mannheim (dpa/tmn) - Die Tage sind kürzer und das Wetter ist neblig und regnerisch - im Herbst werden die Abwehrkräfte auf eine harte Probe gestellt. Daher muss der Körper Energie tanken - und für den Winter Reserven aufbauen.
«Nach dem Sommer ist das Immunsystem noch nicht leistungsfähig genug», erklärt Benno Werner, Heilpraktiker und Fachbuchautor aus Mannheim. «Im Herbst ist es tagsüber oft noch warm, und abends nehmen die Temperaturen ab. Diese Schwankungen sind schwierig für das Immunsystem.» Außerdem hält das schlechte Wetter davon ab, sich im Freien zu bewegen. «In geschlossenen Räumen sitzt man enger mit Menschen zusammen und steckt sich auch viel leichter an», sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin.
Aber auch im Herbst ist Bewegung im Freien sehr wichtig. Abhängig vom Alter und dem Gesundheitszustand, sollte man etwa drei Mal in der Woche Sport an der frischen Luft betreiben - etwa wandern, Rad fahren oder walken, rät Liliane Asbach-Gawenda, Heilpraktikerin aus Köln. Auch Werner empfiehlt, sich trotz schlechten Wetters draußen aufzuhalten: «So bekommt der Körper am besten mit, was die Natur macht und stellt sich selbst auf den Winter ein.» Statt schweißtreibenden Sportarten wie Joggen bieten sich laut Werner auch ruhigere Sportarten wie Wandern oder Yoga an.
Ideal zum Abhärten sind Kneippkuren oder Saunabesuche. «Aber eben im November oder Anfang Dezember, um das Immunsystem aufzubauen. Im Winter braucht es das dann nicht mehr unbedingt», meint Werner. Wenn die Zeit den Saunabesuch nicht zulässt, seien auch morgendliche Wechselduschen sehr zu empfehlen, so Sellerberg.
Gerade im Herbst ist es wichtig, sich vitamin- und mineralstoffreich zu ernähren. «Am besten fünf Mal am Tag eine Portion Obst oder Gemüse», rät Larissa Kessner vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. «Dabei sollte jede Portion etwa so groß sein wie die eigene Hand.» Morgens sollte man mit Obst im Müsli anfangen, mittags einen Salat essen - und auch zum Kaffee könne es ruhig wieder ein Apfel sein.
Vitamine liefern nicht nur exotische Früchte, sondern auch einheimisches Obst und Gemüse der Saison. So ist Kohl vergleichsweise reich an Vitaminen. Auch Möhren, Kürbis, Lauch und Rosenkohl seien gut im Herbst zu bekommen. «Rote Beete, Sellerie und Wirsing sind mineralstoff- und vitaminreich. Chicoree und Feldsalat sind typische Wintersalate», erklärt Kessner. Auch Keimlinge wie Radieschensprossen, Kresse oder Brokkolisprossen seien geeignet.
Viele vergessen, auch im Herbst ausreichend zu trinken: 1,5 bis 2 Liter Wasser, Tee oder Saftschorle sollten es pro Tag sein. «Gerade Heizungsluft ist sehr viel trockener als normale Luft und trocknet die menschlichen Schleimhäute aus», erklärt Sellerberg. Die können dann Bakterien nicht mehr so gut abfangen. Pflanzen im Zimmer oder Wasserbehälter auf der Heizung können ebenfalls Abhilfe schaffen.
Wenn dann doch einmal die Erkältung da ist, «sollte man sich Ruhe gönnen und sich ohne starke Medikamente im Bett auskurieren», meint Benno Werner. «Der Körper darf ja auch mal ein bisschen schwächeln.» Die Erkältung sei gewissermaßen ein Trainingspartner: Anschließend könne der Körper oft der nächsten Erkältung besser standhalten.
Literatur: Benno Werner, Gesund bleiben im Rhythmus des Jahreszeiten, Lüchow Verlag, ISBN: 3-363031-32-7, 14,95 Euro; Dieter Grabbe, Fit durch den Winter. Gesundheit und Wohlbefinden in der kalten Jahreszeit, Hugendubel Verlag, ISBN: 3-720524-51-5, 14,95 Euro.
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