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Donnerstag, 9. November 2006

«Check-up 35»: Männer sollten Früherkennung ernst nehmen

Bonn (dpa/gms) - Auch Männer sollten die Möglichkeiten zur Früherkennung von Krankheiten nutzen. So besteht bereits ab einem Alter von 35 Jahren ein Anspruch auf einen «Check-up».


Bonn (dpa/gms) - Auch Männer sollten die Möglichkeiten zur Früherkennung von Krankheiten nutzen. So besteht bereits ab einem Alter von 35 Jahren ein Anspruch auf einen «Check-up».

Die Untersuchung kann im Abstand von jeweils zwei Jahren wiederholt werden und wird von allen gesetzlichen Kassen übernommen. «Eine Praxisgebühr fällt dabei nicht an», sagte Barbara Marnach vom AOK-Bundesverband in Bonn dem dpa/gms-Themendienst. Ziel der Untersuchung ist das frühzeitige Erkennen beispielsweise von Bluthochdruck, Diabetes, Herzkreislauf- oder Nierenerkrankungen.

Beim «Check-up 35» wird zum einen ein «persönliches Risikoprofil» erstellt. So erfragt der Arzt im Gespräch mit dem Patienten Informationen über Vorerkrankungen auch in der Familie, über Arbeitsbedingungen und Stressfaktoren. Daran schließt sich eine Untersuchung an. Auch Urin und Blut werden untersucht - etwa auf erhöhte Blutfettwerte, die auf ein erhöhtes Risiko von Gefäßerkrankungen hinweisen können. «Abschließend gibt der Arzt Tipps für gesundheitsbewusstes Verhalten», sagte Marnach.

Im Alter von 45 Jahren haben Männer Anspruch auf eine jährliche Untersuchung zur Früherkennung von Hoden- und Prostatakrebs, ab 50 Jahren auch von Darmkrebs. Von den Kassen übernommen wird dabei allerdings nur die klassische Tastuntersuchung, nicht der so genannte PSE-Test, bei der Blut untersucht wird. Die Darmkrebsfrüherkennung ändert sich mit dem 55. Lebensjahr: Von da an wird entweder alle zwei Jahre eine Untersuchung auf «verborgenes» Blut im Stuhl angeboten oder eine Darmspiegelung im Abstand von zehn Jahren. «Das sind lange Zeiträume, reicht aber aus, weil sich Darmkrebs auch sehr langsam entwickelt», erläuterte die Medizinerin.

Für Frauen sind die Regelungen zum «Check-up 35» und zur Früherkennung von Darmkrebs identisch. Für sie gilt außerdem ab einem Alter von 20 Jahren der gesetzliche Anspruch auf eine jährliche Untersuchung zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs. «Dabei wird ein Abstrich vom Muttermund genommen und auf auffällige Zellen untersucht.» Ab 30 Jahren wird eine jährliche Untersuchung der Brust angeboten. Noch relativ neu sind die regelmäßigen Mammografie-Untersuchungen, die ab einem Alter von 50 Jahren empfohlen werden: Für diese Röntgenuntersuchung der Brust werden die Frauen im Abstand von zwei Jahren angeschrieben.


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