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Mittwoch, 12. Dezember 2007

So bleibt die Verdauung trotz Festessen in Schwung

Berlin (dpa/tmn) - Am Heiligabend steht Raclette auf dem Speiseplan, am ersten Feiertag ein Festtagsbraten. Zum Kaffee gibt es den traditionellen Stollen, außerdem locken Plätzchen und Marzipankartoffeln.


Nach dem Weihnachtsessen mindestens tausend Schritte tun - das fördert die Verdauung. (Bild: dpa/tmn)

Berlin (dpa/tmn) - Am Heiligabend steht Raclette auf dem Speiseplan, am ersten Feiertag ein Festtagsbraten. Zum Kaffee gibt es den traditionellen Stollen, außerdem locken Plätzchen und Marzipankartoffeln.

Kein Wunder, dass Verdauungsprobleme und Verstopfungen an den winterlichen Feiertagen weit verbreitet sind. Doch diesen unangenehmen Begleiterscheinungen lässt sich vorbeugen.

Die «normale» Verdauung ist von Mensch zu Mensch verschieden. Je nach Lebensweise und Ernährung bleiben Speisen zwischen 30 und 100 Stunden im Körper, bevor die Reste ausgeschieden werden. «Von chronischer Verstopfung, in der Fachsprache Obstipation, spricht der Mediziner erst, wenn die Darmentleerung seltener als dreimal pro Woche erfolgt», erklärt Wolff Schmiegel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten in Berlin.

In der Weihnachtszeit kommt eine Reihe von Faktoren zusammen, die sich auf die Verdauung auswirken, sagt Ursula Sellerberg von der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) in Berlin. «Zum einen bewegt man sich in der kalten und dunklen Jahreszeit generell meist weniger als im übrigen Jahr.» Der Darm jedoch braucht körperliche Bewegung als Anreiz für seine Pendelbewegungen beim Weitertransport der Nahrung.

«Hinzu kommt, dass weihnachtliche Leckerbissen wie Marzipan und andere Süßigkeiten, aber auch tierische Produkte wie Fleisch, Wurst und Käse sehr wenig Ballaststoffe enthalten», ergänzt Laura Gross, Ernährungsreferentin bei der Verbraucher Initiative in Berlin. Doch genau diese unverdaulichen Pflanzenfasern benötigt der Körper für die Verdauung. Hinzukommen sollten mindestens zwei Liter Flüssigkeit am Tag.

Schließlich kommen an Weihnachten und zwischen den Jahren auch Stress, Ortswechsel oder ungewohnte Tagesabläufe hinzu. Vor allem Kinder und ältere Menschen reagieren auf solche Einflüsse oft sehr stark. «Wer an den Feiertagen an Verstopfung leidet, sollte zunächst unbedingt aufhören zu essen», warnt Gastroenterologe Schmiegel. «Dann ist ein ausgiebiger Verdauungsspaziergang mit viel frischer Luft angesagt. Schon nach einer halben Stunde fühlt man sich viel besser.» Außerdem gilt es, gezielt auf Ballaststoffe zu achten, also zum Frühstück Müsli und zwischendurch Obst zu essen.

«Wenn der Stuhlgang länger als drei Tage ausgeblieben ist, organische Ursachen ausgeschlossen sind und Bewegung und ballaststoffreiche Ernährung nicht geholfen haben, sollte man sich in der Apotheke ein Abführmittel besorgen», empfiehlt Schmiegel.

Bei allen, auch bei pflanzlichen Präparaten ist jedoch Vorsicht geboten. Falsch dosiert oder über einen längeren Zeitraum angewandt, entziehen sie dem Körper sehr viel Wasser und Mineralien. Das kann beispielsweise zu Schädigungen der Nieren, des Herzens oder der Nerven führen. «Außerdem können sie die Darmbewegungen derart anregen, dass der Dickdarm auf eigene Steuerungsmechanismen und Signale nicht mehr ausreichend reagieren kann», sagt Gross. Hat das Abführmittel seine Wirkung getan, muss die Verdauung langsam wieder normalisiert werden. Leichte Kost mit wenig Fett und auch nicht zu viel Ballaststoffen ist dafür der Wegbereiter.


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