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Mittwoch, 26. September 2007

Schizophrene Menschen brauchen Unterstützung der Familie

Berlin (dpa/tmn) - Schizophrenie-Patienten brauchen nicht nur Medikamente, sondern auch die Unterstützung durch die Familie. So könne es helfen, zusammen mit Familienangehörigen an einer sogenannten psychoedukativen Therapie teilzunehmen.

Berlin (dpa/tmn) - Schizophrenie-Patienten brauchen nicht nur Medikamente, sondern auch die Unterstützung durch die Familie. So könne es helfen, zusammen mit Familienangehörigen an einer sogenannten psychoedukativen Therapie teilzunehmen.

Das teilt die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) in Berlin mit. «In der Psychoedukation trainieren die Patienten Strategien, um seelische Belastungen zu reduzieren, soziale Kontakte zu stärken und Entlastungen zu organisieren», erklärt DGPPN-Präsident Prof. Wolfgang Gaebel.

Die Betroffenen und ihre Partner oder Angehörige lernten, mögliche Warnzeichen eines Rückfalls wie erhöhte Nervosität und Schlafprobleme zu erkennen, sagt der Experte. Dies könne einer erneuten akuten Erkrankungsphase entgegenwirken. «Im Umgang mit einem schizophren erkrankten Menschen ist es von großer Bedeutung, ihm gegenüber eine eindeutige Position zu beziehen und ihm aufrichtige Wertschätzung zukommen zu lassen.» Von krankheitsbedingt verzerrten Wahrnehmungen schizophrener Menschen sollten sich Angehörige distanzieren und ihre andere Sicht der Dinge behutsam ansprechen.

Für Schizophrenie-Kranke ist es besonders wichtig, von ihrer Familie und von Freunden in ihrer Krankheit angenommen zu werden. «Beispielsweise sollte nichts hinter dem Rücken des Erkrankten unternommen werden, weil dies sein krankhaftes Misstrauen nähren kann», empfiehlt der Leiter der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Düsseldorf. In Deutschland erkranken im Laufe ihres Lebens 800 000 Menschen an Schizophrenie. Männer und Frauen sind zu gleichen Teilen betroffen. Bei Männern besteht das höchste Erkrankungsrisiko zwischen 15 und 25 Jahren, bei Frauen zwischen 25 und 35 Jahren.


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