Rucksack-Reisen in armen Ländern: Vorsicht vor Tuberkulose
Düsseldorf (dpa/gms) - Rucksacktouristen, die in ärmeren Ländern unterwegs sind, sollten sich auch heute noch vor Tuberkulose (Tbc) in Acht nehmen. Das rät Burkhard Rieke vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf im Vorfeld des Welttuberkulosetages (24. März).
Düsseldorf (dpa/gms) - Rucksacktouristen, die in ärmeren Ländern unterwegs sind, sollten sich auch heute noch vor Tuberkulose (Tbc) in Acht nehmen. Das rät Burkhard Rieke vom Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf im Vorfeld des Welttuberkulosetages (24. März).
«Die Ansteckungsgefahr für Standardtouristen, die einen Badeurlaub mit Übernachtung im Hotel buchen, ist gering», so Rieke. Wer aber in Osteuropa, Afrika, Südamerika oder Asien «ortsüblich» reist - etwa im Überlandbus -, komme womöglich mit der hauptsächlich betroffenen armen Bevölkerung zusammen und könne sich anstecken. «Tuberkulose ist eine Armutskrankheit - vor allem schlechte Ernährung ist für ihre Verbreitung verantwortlich», erläutert der Internist und Tropenmediziner. Sie sei daher heute vor allem in Armenvierteln von Entwicklungsländern verbreitet.
«Ein Riesenproblem gibt es in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion: Russland, Kasachstan, Ukraine und Weißrussland», zählt Rieke auf. Hohe Infektionsraten gebe es unter anderem aber auch in Kambodscha, Indien, Brasilien und Peru. Rieke warnt vor allem Schulabgänger, die in karitativen Projekten im Ausland mitarbeiten, davor, die Ansteckungsgefahr zu unterschätzen. «Diese Gruppe ist unser Sorgenkind: Professionelle Entwicklungshelfer werden in der Regel nach ihrer Rückkehr ohnehin durchgecheckt. Bei diesen Jugendlichen ist das oft nicht so.»
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Berlin ist die Tuberkulose die weltweit häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen. Rund zwei Millionen Menschen sterben jedes Jahr an Tbc, 95 Prozent der Fälle treten in Entwicklungsländern auf.
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