Nur jede vierte psychische Erkrankung wird behandelt
Neuss (dpa/tmn) - Psychische Erkrankungen werden von vielen Betroffenen immer noch aus Angst oder Scham verschwiegen. Daher werden sie oft nicht angemessen behandelt, teilt der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Neuss mit.
Neuss (dpa/tmn) - Psychische Erkrankungen werden von vielen Betroffenen immer noch aus Angst oder Scham verschwiegen. Daher werden sie oft nicht angemessen behandelt, teilt der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Neuss mit.
«Nur jeder vierte Patient mit einer psychischen Erkrankung erhält eine Therapie», sagt der BVDN-Vorsitzende Frank Bergmann. «Solch eine niedrige Behandlungsrate gibt es in keinem anderen Bereich der Medizin.»
Psychische Beschwerden seien aber keine Einbildung, sondern genauso vorhanden wie körperliche Symptome, erläutert Bergmann. «Häufig sind bei seelisch erkrankten Menschen bestimmte Stoffwechselprozesse im Gehirn gestört und nachteilige Verhaltensmuster eingeprägt.» Psychische Störungen seien durch Psychotherapie oder Medikamente sehr gut behandelbar.
«Je früher die Erkrankung diagnostiziert wird, desto besser kann man sie in den Griff bekommen», sagt der Experte. Menschen mit anhaltender Freudlosigkeit, Ängsten oder Wahrnehmungsstörungen sollten daher nicht zögern, zum Psychiater zu gehen, um frühzeitig eine geeignete Therapie zu erhalten.
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