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Mittwoch, 14. Februar 2007

Männer achten zu wenig auf ihre Gesundheit

Hamburg/Göttingen (dpa/gms) - «Außen hart und innen ganz weich» - die einst von Herbert Grönemeyer beschriebene Eigenart der Männer hat fatale Folgen für deren Gesundheit. Denn obwohl Männer ihrem Körper häufig viel zumuten, hören sie nur selten auf seine Signale.


Hamburg/Göttingen (dpa/gms) - «Außen hart und innen ganz weich» - die einst von Herbert Grönemeyer beschriebene Eigenart der Männer hat fatale Folgen für deren Gesundheit. Denn obwohl Männer ihrem Körper häufig viel zumuten, hören sie nur selten auf seine Signale.

Und sie gehen oft erst dann zum Arzt, wenn es schon zu spät ist. Dabei könnte sich mancher Mann viel ersparen, wenn er rechtzeitig einige Vorsorgeuntersuchungen wahrnehmen würde. Bundesdeutsche Männer haben gegenwärtig eine Lebenserwartung von knapp 76, Frauen von mehr als 81 Jahren. Im Alter zwischen 30 und 64 Jahren sterben doppelt so viele Männer wie Frauen, heißt es in einem Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin. Bei der Vorsorge liegen Männer weit zurück: «Frauen leben in ihrem Körper. Männer benutzen ihren Körper eher als Instrument - und vernachlässigen ihn dabei», sagt Prof. Frank Sommer, der an der Universität Hamburg den bundesweit einzigen Lehrstuhl für Männergesundheit innehat. Den Arzt suchten sie oft erst auf, wenn sie Schmerzen haben.

Gesundheitsprobleme bei Männern sind Experten zufolge oft selbst gemacht: Männliche Bundesbürger leiden häufiger an Übergewicht als weibliche. Zudem rauchen und trinken Männer mehr und nehmen mehr illegale Drogen als Frauen, heißt es im «Gender Datenreport» des Bundesfamilienministeriums. Männer erleiden mehr schwere Unfälle, und es begehen auch mehr Männer als Frauen Selbstmord.

Zwar erkrankten Frauen häufiger an Depressionen als Männer, sagt Prof. Peter Falkai, Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der Universität Göttingen. Frauen werde das von der Gesellschaft aber auch eher zugestanden. Außerdem hätten sie gesündere Strategien der Bewältigung: «Sie reden mehr über ein Problem, Männer fressen das eher in sich rein.»

Doch wie soll «Mann» der Gefahr begegnen? Zunächst empfiehlt Prof. Sommer regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wie den so genannten Check-Up-35, der von den Krankenkassen übernommen wird. Dabei werden Blut und Urin untersucht, außerdem Herz, Lunge und Atemwege. «Männer sollten ihre Risikofaktoren im Auge behalten», rät auch Prof. Falkai. «Das Auto bringen sie ja auch regelmäßig zur Inspektion.»

Besonders Augenmerk gilt den geschlechtsspezifischen Erkrankungen: «So wie Frauen ihre Brust sollten Männer regelmäßig ihre Hoden abtasten», rät Sommer. Zwar ist Hodenkrebs, an dem bundesweit jährlich rund 4300 Männer erkranken, meistens heilbar - doch das setzt auch eine frühe Erkennung voraus.

Gefährlicher ist der Prostatakrebs, inzwischen eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Pro Jahr kommen laut RKI bundesweit mehr als 50 000 Fälle hinzu. Um «auf Nummer sicher zu gehen», sollte die Prostata ab dem 45. Lebensjahr untersucht werden, rät Sommer. Eine weitere typische Männerkrankheit, die Erektionsstörung, sollte ebenfalls frühzeitig vom Arzt abgeklärt werden. Dabei geht es nicht nur um die Sexualität: «Wenn die Gefäße, die zum Penis führen, verengt sind, kann das auf einen drohenden Herzinfarkt hinweisen.»


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