Fructoseintoleranz bei Kindern früh erkennen
München (dpa/gms) - Wenn kleine Kinder einen Widerwillen gegenüber süßen Nahrungsmitteln entwickeln, kann die Ursache eine so genannte Fructoseintoleranz sein. Diese Stoffwechselkrankheit macht sich in der Regel schon früh nach dem Abstillen bemerkbar.
München (dpa/gms) - Wenn kleine Kinder einen Widerwillen gegenüber süßen Nahrungsmitteln entwickeln, kann die Ursache eine so genannte Fructoseintoleranz sein. Diese Stoffwechselkrankheit macht sich in der Regel schon früh nach dem Abstillen bemerkbar.
Wichtig ist es, die Erkrankung rasch zu erkennen, damit sich das Kind normal entwickeln kann und auch die Leber keinen Schaden nimmt, erläutert der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München. Denn durch die unvollständig abgebauten Zuckerstoffe entstehen Giftstoffe, die auf längere Sicht zu einer Leberverfettung führen können.
«Kindern mit erblich bedingter Fructoseintoleranz mangelt es an einem Enzym, das bei der Verarbeitung von Fruchtzucker erforderlich ist», erläutert BVKJ-Sprecherin Gunhild Kilian-Kornell. Bekommen diese Kinder Obstbreie und -säfte oder Gemüsesorten wie Karotten, die Fructose oder Saccharose enthalten, werden sie nach dem Essen unruhig. Sie zittern, schwitzen und erbrechen sich. Auch der Bauch kann sich ungewöhnlich vorwölben.
«Kinder mit nachgewiesener Fructoseintoleranz müssen ganz auf Fruchtzucker verzichten. Auch alle mit normalem Zucker hergestellten Lebensmittel sind für sie tabu. Denn Haushaltszucker besteht aus Rüben- oder Rohrzucker, einem Zweifachzucker, das sich zur Hälfte aus Glucose und Fructose zusammensetzt», so Kilian-Kornell. Unter 20 000 Kindern ist etwa eines von erblicher Fructoseintoleranz betroffen.
Wesentlich häufiger ist nach Angaben des BVKJ die so genannte Fructose-Malabsorbtion. Davon sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung betroffen. Bei ihnen ist die Fruchtzucker-Verdauung im Darm gestört. Beschwerden wie Durchfall und Blähungen treten aber erst dann auf, wenn bestimmten Mengen von Fruchtzucker verzehrt werden. Es ist also keine so strenge Diät erforderlich. Betroffene Kinder vertragen in der Regel sogar Obst und Säfte von Fruchtsorten, in denen gleich viel oder sogar mehr Traubenzucker als freie Fructose enthalten ist, etwa saure Kirschen, Ananas, Apfelsine, Banane und Grapefruit.
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