Eine Unfallursache kommt selten allein
Berlin/Bonn (dpa/tmn) - Wenn es etwas gibt, das Autofahrer auf jeden Fall vermeiden wollen, dann ist es ein Unfall. Um das Risiko zu minimieren, reicht es nicht, die Augen offen zu halten. Der sichere Weg zum Ziel hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.
Berlin/Bonn (dpa/tmn) - Wenn es etwas gibt, das Autofahrer auf jeden Fall vermeiden wollen, dann ist es ein Unfall. Um das Risiko zu minimieren, reicht es nicht, die Augen offen zu halten. Der sichere Weg zum Ziel hängt von einer Vielzahl von Faktoren ab.
«Die allgemeine Entwicklung zeigt, dass das subjektive Bedrohungsgefühl im Straßenverkehr gestiegen ist», erklärt Marion Steinbach, Sprecherin der Deutschen Verkehrswacht (DVW) in Bonn. Gründe dafür seien das immer höhere Verkehrsaufkommen sowie ein nicht selten aggressives Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer.
Die Entwicklung der Unfallzahlen kann kaum Grund dafür sein. «Insgesamt ist bei den Verkehrsunfällen eine rückläufige Tendenz festzustellen», so Steinbach. Das belegen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden: Demnach wurden im Jahr 1992 noch 395 462 Unfälle mit Personenschaden gezählt, im Jahr 1998 waren es 377 257 und im Jahr 2006 ging die Zahl auf 327 984 zurück. Noch stärker ist der Rückgang der Verkehrstoten: Hier weist die Statistik für das Jahr 1992 eine Zahl von 10 631 aus, im Jahr 2006 waren es mit 5091 nur noch knapp halb so viele.
Doch die positive Tendenz muss sich nicht fortsetzen: Denn Unfälle sind von einer Vielzahl von Faktoren abhängig. «Aktuell ist festzustellen, dass die Zahl der Verkehrstoten im Frühjahr 2007 wieder angestiegen ist», sagt Klaus Brandenstein, Sprecher des Verkehrstechnischen Instituts der deutschen Versicherer in Berlin. Ein Grund: Der warme Winter. Ist das Wetter gut, sind mehr Fahrzeuge auf den Straßen unterwegs. «Und ein erhöhtes Verkehrsaufkommen bedeutet dann im Endeffekt auch mehr Unfälle.»
Solche Zusammenhänge sind Autofahrern nicht automatisch bewusst. Sie sollten sich allerdings klar machen, dass die mögliche Gefahr sehr stark auch vom eigenen Verhalten abhängt. Denn ein Großteil der Kollisionen ist die Folge altbekannter Fehler und Nachlässigkeiten. «Die nicht angepasste Geschwindigkeit liegt immer noch mit 16,8 Prozent auf Platz Eins der Unfallursachen», sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Bonn. Nummer Zwei der häufigsten Unfallursachen sind mit 15,2 Prozent die Fehler beim Abbiegen, Wenden oder Rückwärts-Fahren. Auf dem dritten Platz folgt das Missachten der Vorfahrt mit 14,6 Prozent. Erst auf dem sechsten Platz liegen mit 6,5 Prozent Alkohol und Drogen am Steuer.
Vor allem recht junge und alte Verkehrsteilnehmer sind gefährdet, allerdings jeweils in unterschiedlicher Position. «Rund 50 Prozent der getöteten Fußgänger und Radfahrer sind älter als 65 Jahre», so Klaus Brandenstein. Am Steuer dagegen sind vor allem junge Menschen gefährdet. «Junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren stellen nur 8 Prozent der Bevölkerung, haben aber einen Anteil von 20 Prozent an den Verkehrstoten», erklärt Sven Rademacher.
Auf der anderen Seite müssen auch die Unfallforscher und Straßenplaner ihre Arbeit machen und mögliche Unfallschwerpunkte durch geeignete Maßnahmen entschärfen. Aber: «Nicht alles lässt sich regeln, indem man zum Beispiel eine Leitplanke anbringt oder eine Kreuzung entschärft», erklärt Klaus Brandenstein. «So ist man zu der frustrierenden Erkenntnis gelangt, dass gegen Wildunfälle keine wirklich wirkenden Maßnahmen gefunden werden können.» Auch hier bleibt es auch in Zukunft einzig dem Fahrer überlassen, die Gefahr durch seine Aufmerksamkeit und die bewusste Fahrweise zu verringern.
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