Bahnkunden erhalten Geld zurück
Berlin (dpa/tmn) - Bahnkunden sollten sich rechtzeitig über Alternativen zum Zug für die Streiktage informieren. Das rät Anke Lobmeyer von der Schlichtungsstelle Mobilität in Berlin.
Berlin (dpa/tmn) - Bahnkunden sollten sich rechtzeitig über Alternativen zum Zug für die Streiktage informieren. Das rät Anke Lobmeyer von der Schlichtungsstelle Mobilität in Berlin.
Wenn ohnehin mehrere Personen zusammen reisen wollten, sei eine vernünftige Option, stattdessen eine Fahrgemeinschaft zu bilden und mit dem Auto zu reisen. Wichtig sei, dass sinnvoll zu organisieren. «Es bringt nichts, wenn jeder einzeln ins Auto steigt und gerade bis zum Ortsausgang kommt. Die Autobahn ist dann schnell dicht.»
Für viele Strecken lohne es sich, nach den Angeboten privater Bahngesellschaften zu fragen, sagte Lobmeyer. Das gelte zumindest im Nahverkehr. «Für Fernstrecken wie von Hamburg nach München ist das keine realistische Alternative», sagte Heidi Tischmann vom Verkehrsclub Deutschland (VCD). Wer einen wichtigen Termin hat, der sich nicht aufschieben lässt, müsse dann eben auf das eigene Auto umsteigen oder die Angebote von Mitfahrzentralen in Anspruch nehmen.
Wenn eine Bahnfahrt während des bevorstehenden Streiks ausfällt, erhalten Bahnkunden ihr Geld zurück. «Bei einem Ticket zum Normalpreis ist das sowieso kein Problem», sagte Anke Lobmeyer. «Die Kunden bekommen die volle Summe erstattet.» Das gelte auch für Tickets, die online gekauft wurden.
«Stornokosten fallen nicht an», sagte Tischmann. Kunden mit «Sparpreis»-Ticket, das an einen bestimmten Zug gebunden ist, empfiehlt der VCD, am Bahnhof zu gucken, ob der Zug fährt. «Wenn er ausfällt, darf ich einfach in den nächsten steigen, der auf meiner Strecke fährt», sagte Tischmann. «Die Zugbindung gilt dann nicht mehr.» Sollte ein Zug bereits losgefahren sein, dann aber wegen des Streiks in einem der nächsten Bahnhöfe anhalten, dürfe der Kunde zum Ausgangsbahnhof zurückfahren, wenn ein Zug in diese Richtung eingesetzt wird. «Und das ohne weitere Fahrkarte», sagte Tischmann.
Die Mitfahrzentralen haben kurz vor dem angekündigten Bahnstreik noch Plätze frei. «Wir könnten noch mehr Fahrer gebrauchen, aber es gibt auch noch Plätze», sagte Hans Ludwig Klaus, Vorsitzender des Verbandes der Mitfahrzentralen in Deutschland und Europa in Berlin. Und selbst wenn auf einer Strecke aktuell nichts mehr zu haben sei, könnte sich das bis Donnerstag ändern. «Das ist ein sehr kurzfristiges Geschäft.»
Auch bei der Mitfahrzentrale «MFZ.de» in Erfurt und den Portalen «mitfahrzentrale.de» und «pendlernetz.de» in Bonn gibt es noch freie Plätze. «Aus den Erfahrungen der letzten Bahnstreiks bekommen die Leute auch kurzfristig noch eine Mitfahrgelegenheit», sagte Javor Milev vom Betreiber der Portale «mitfahrzentrale.de» und «pendlernetz.de». «Trotzdem raten wir, so früh wie möglich zu suchen.» Sinnvoll sei außerdem, nicht nur die Angebote zu prüfen, sondern selbst ein Gesuch aufzugeben. «Dann werden Sie schneller gefunden.» Auch bei den Citynetz-Mitfahrzentralen können sich Kunden registrieren lassen. «Sobald dann eine Fahrt frei ist, rufen wir Sie an, und Sie können verbindlich reservieren.»
Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat angekündigt, von Donnerstag, 2.00 Uhr, bis Samstag, 2.00 Uhr, den Nah- und Fernverkehr zu bestreiken.
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