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Mittwoch, 19. September 2007

Bei vorübergehenden Tics von Kindern gelassen bleiben

München (dpa/tmn) - Vorübergehende Tics sind im Kindes- und Jugendalter häufig und lassen sich durch Ermahnungen kaum kontrollieren. Die seltsam wiederkehrenden Bewegungen oder Lautäußerungen seien willentlich schwer zu beeinflussen.

München (dpa/tmn) - Vorübergehende Tics sind im Kindes- und Jugendalter häufig und lassen sich durch Ermahnungen kaum kontrollieren. Die seltsam wiederkehrenden Bewegungen oder Lautäußerungen seien willentlich schwer zu beeinflussen.

Das teilt der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München mit. «Eltern sollten gelassen bleiben und diese Tics am besten ignorieren», rät BVKJ-Vizepräsident Prof. Hans-Jürgen Nentwich. Kleine Tics wie Augenblinzeln, Naserümpfen oder das Hochziehen der Augenbrauen träten bei fast jedem Kind vorübergehend im Rahmen der motorischen Entwicklung auf und verschwinden von selbst.

Mehr als sechs Prozent der Schulkinder zeigten im Laufe eines Jahres Tics. Halten diese länger als ein Jahr an, treten sie meist im Zusammenhang mit einer Tourette-Störung auf: Das Kind leidet unter mehreren wiederkehrenden Bewegungsabfolgen (motorische Tics) und mindestens einer Lautäußerung (vokaler Tic). Diese Krankheit beginnt meist im Vorschulalter. In der Regel verstärken sich die Tics im sechsten und um das zehnte oder elfte Lebensjahr, um dann in der Hälfte der Fälle bis zur Volljährigkeit zu verschwinden. Die genauen Ursachen sind laut BVKJ bisher noch nicht vollständig geklärt. Vermutlich sei die Regulierung des Gehirnstoffwechsels gestört.

«Sind Eltern stark beunruhigt oder bestehen die Störungen kontinuierlich über drei Monate, sollten sie die Ursache auf jeden Fall ärztlich abklären lassen, denn Tics können in seltenen Fällen auch auf Hirnerkrankungen, wie Epilepsie oder Hirnhautentzündung, beruhen oder durch Medikamente ausgelöst werden», rät Prof. Nentwich. Manchmal könne auch eine Verhaltenstherapie sinnvoll sein. Ist das Tourette-Syndrom stark ausgeprägt, so dass das Kind zum Beispiel immer wieder obszöne Wörter gebraucht oder sich sogar durch die zwanghaften Bewegungen selbst zu verletzen droht, kann der Kinder- und Jugendarzt helfen und gemeinsam mit Psychiatern und Neurologen eine Behandlung beginnen.


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