Suche:
Stichwörter: DrogensuchtCannabis
Montag, 3. März 2008

Junge Cannabis-Konsumenten: Suchtberatung muss umdenken

Hamburg (dpa/lno) - Die wachsende Zahl junger Cannabis-Konsumenten in Deutschland erfordert nach Ansicht des Leiters der Drogenambulanz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) ein Umdenken in der Suchtberatung.


Das Angebot der traditionellen Suchtberatung ist laut Experten nicht für junge Cannabis-Konsumenten geeignet. (Bild: dpa)

«Die klassische Suchtberatungsstelle, zu der auch 30-jährige Heroin-Junkies oder 50-jährige Alkoholiker gehen, schreckt die jungen Leute ab», sagte Prof. Rainer Thomasius.

Das Angebot der traditionellen Suchtberatung sollte Thomasius zufolge jedoch nicht abgebaut, sondern durch mehr Aufmerksamkeit für die Jugendlichen erweitert werden. «Die neuen Konsumenten erreicht man nur, wenn es ein spezielles Angebot gibt», betonte er.

Das Einstiegsalter für den Erstkonsum von Cannabis sei im vergangenen Jahrzehnt von 17 auf durchschnittlich 15 Jahre gesunken. «In Großstädten liegt es bei 14 Jahren, bei problembelasteten Kindern bei zwölf oder 13 Jahren», sagte Thomasius. Jeder Zwanzigste der 18 bis 24-jährigen in Deutschland habe eine behandlungsbedürftige Störung wegen Cannabiskonsums. In den Drogenambulanzen ist die Zahl der jungen Cannabis- und der Mischkonsumenten, die neben Cannabis auch noch Alkohol, Amphetamine oder Kokain nähmen, laut Thomasius «um den Faktor 10 gestiegen».

Als Resultat aus der wachsenden Zahl junger Drogenkonsumenten sieht der Mediziner eine Einbeziehung der Familie in die Therapie. Die traditionelle Drogenberatung habe sich von den Familien der Ratsuchenden abgegrenzt. «Wir müssen viel mit den Familien arbeiten», betonte Thomasius. Die Mitarbeiter der Suchtberatungen müssten sich auch sehr gut auskennen mit Entwicklungspsychologie und -pathologie.

Ziel der Behandlung sei zunächst, eine Einsichtsfähigkeit zu schaffen, die selten bereits vorhanden sei. «Bei einem Großteil ist es schon so, dass sie eher einem Druck folgen, etwa von den Eltern», sagte Thomasius. Ein Teil der Hilfesuchenden spüre aber auch selbst «einen Leidensdruck, weil sie den Anforderungen in der Schule oder bei der Arbeit nicht gerecht werden.»

Thomasius kritisierte Defizite in der Zusammenarbeit von Suchtberatungen verschiedener Anbieter und unterschiedlicher Ausrichtung. «Es gibt immer wieder Brüche in der Hilfestellung,», sagte er. «Da ist nach wie vor viel zu tun.»


Weitere Meldungen aus dem Bereich Arbeitsrecht



Top-Meldungen aus anderen Bereichen

Die wichtigsten Fragen zum Arbeitsrecht

Wir beantworten Ihnen hier die wichtigsten Fragen rund um das Arbeitsrecht, u.a. zum Thema Urlaubsgeld, Kündigung und Arbeitsvertrag.

Zu den Arbeitsrecht Fragen >>


Welche Rechte und Pflichten hat man bei einer Kündigung? [mehr...]

Wann habe ich das Recht auf eine Abfindung? [mehr...]

Anwälte vor Ort | Am Telefon | Online
Die große Anwalt-Datenbank: Hier finden Sie den passenden Anwalt!
» Erweiterte Suche    » Suchen

In unserem Arbeitsrecht Ratgeber finden Sie wichtige Informationen und gesetzliche Regelungen zu den relevantesten Themen aus dem Arbeitsrecht.

Zum Arbeitsrecht Ratgeber >>

Fehlende Originallackierung bei einem Gebrauchtfahrzeug kein Mangel

Der unter anderem für das Kaufrecht zuständige VIII. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hatte darüber zu entscheiden, ob

 [mehr...]

Haftung des Inhabers eines eBay-Accounts

Der u. a. für das Wettbewerbs-, Marken- und Urheberrecht zuständige I. Zivilsenat des Bundesgerichtshofs hatte darüber z

 [mehr...]

Alle wichtigen Vorlagen, Musterverträge und Arbeitshilfen

Zum Vorlagenshop >>

Kompetente Rechtsberatung per E-Mail oder per Telefon

Zur Rechtsberatung >>