FSME-Impfung ist nur bei wirklichem Infektionsrisiko
Langen (dpa/tmn) - Nicht jeder Mensch muss sich gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen. Empfohlen werde die Impfung bei einem Aufenthalt oder einer Reise in ein Risikogebiet, sagt Susanne Stöcker, vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in hessischen Langen.
Langen (dpa/tmn) - Nicht jeder Mensch muss sich gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen. Empfohlen werde die Impfung bei einem Aufenthalt oder einer Reise in ein Risikogebiet, sagt Susanne Stöcker, vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) in hessischen Langen.
Da in diesem Jahr die Impfstoffe knapp sind, kommen weitere Einschränkungen hinzu. Beispielsweise rät das PEI in einer Entscheidungshilfe für Ärzte und Apotheker, dass ein hohes Expositionsrisiko bestehen muss. Geimpft werden sollte also nur, wenn überhaupt die Gefahr besteht, dass die Betroffenen wirklich mit infizierten Zecken in Kontakt kommen.
Ein hohes Expositionsrisiko wird zum Beispiel angenommen, wenn sich der Betroffene in einem Risikogebiet viel im Wald oder auf Wiesen aufhält. Menschen, die sich jetzt gegen FSME impfen lassen wollen, können zunächst ihren Arzt um Rat fragen, ob eine Immunisierung überhaupt angebracht ist. Wenn allerdings bereits zwei der drei Teilimpfungen gegen FSME verabreicht wurden, und diese nicht mehr als drei Jahre zurückliegen, sollte dem PEI zufolge die Impfung wegen der Knappheit des Impfstoffs zunächst zurückgestellt werden. Wer dagegen nur eine der drei Teilimpfungen erhalten hat, sollte die nächste Dosis bekommen, damit ein aktueller Impfschutz aufgebaut wird.
Menschen, die im Sommer einen Urlaub in einem FSME-Risikogebiet planen und sich deswegen impfen lassen wollen, sollten wegen der aktuellen Engpässe am besten langfristig planen, rät Stöcker. Die Hersteller hätten angekündigt, es würden noch Chargen geliefert. Allerdings sei es immer wieder möglich, dass in einzelnen Regionen kein Impfstoff zu bekommen sei. «Vermutlich im September sollte sich die Lage aber wieder entspannen.»
Die Ausweisung neuer FSME-Risikogebiete verbunden mit Befürchtungen, dass der milde Winter zu einer massiven Vermehrung der Zeckenpopulation führen könnte, hatte dem PEI zufolge eine unerwartet hohe Nachfrage an FSME-Impfstoffen zur Folge. Die Ausweitung der Risikogebiete habe in erster Linie mit einer neuen Definition der gefährdeten Gebiete zu tun, erklärt Susanne Glasmacher vom Robert-Koch-Institut in Berlin. Danach seien zum Beispiel auch Landkreise zu Risikogebieten erklärt worden, die an bereits ausgewiesene Risikogebiete grenzen. Nur der Stadtkreis Baden-Baden wurde auf Grund eines eigenen Risikos zu einem Risikogebiet erklärt.
Ob mit oder ohne Impfung - grundsätzlich sollten sich ohnehin alle Menschen vor Zecken in Acht nehmen, da die Tiere nicht nur FSME, sondern auch Borreliose übertragen können. Diese durch Bakterien übertragene Krankheit können Zecken in ganz Deutschland weitergeben. Glasmacher empfiehlt deshalb, beim Aufenthalt in Wäldern, Parks und Gärten lange, helle Kleidung zu tragen, auf denen Zecken schnell erkannt werden. Am Abend sollte der eigene Körper gut abgesucht werde. Meist krabbeln die Spinnentiere erst eine Weile, bevor sie eine geeignete Stelle zum Blutsaugen finden.
Hat sich eine Zecke schon festgebissen, sollte sie so schnell wie möglich vollständig entfernt werden, um das Infektionsrisiko gering zu halten. Nach einem Zeckenbiss sollte auf Anzeichen wie eine Rötung der Stelle, grippeähnliche Symptome oder Gelenkbeschwerden geachtet werden, die auf eine der beiden Krankheiten hindeuten können.
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