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Stichwörter: Viren, Ansteckung, 
Freitag, 25. Januar 2008

Virengefahr: Bei «Affen-Tourismus» genug Abstand halten

Berlin/Leipzig (dpa/tmn) - Ob Schimpansen in Westafrika, Gorillas in Ruanda oder Orang-Utans in Indonesien: Immer häufiger werden in Freiheit lebende Affen von Touristengruppen besucht. Dabei sollten Reisende aber immer genug Abstand zu den Tieren halten.


Denn es besteht die Gefahr, dass die Tier-Fans Viren in sich tragen, die auf die Affen übertragen und bei ihnen zu tödlichen Erkrankungen führen können, erklären Experten des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin und des Max-Planck-Instituts für Evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Das haben die Experten nach RKI-Angaben bei einer Studie im Taï-Nationalpark an der Elfenbeinküste herausgefunden.

«Wir Forscher tragen bei der Arbeit mit Affen einen Mundschutz. Wenn das auch jeder andere Besucher freiwillig machen würde, wäre das super», sagte Fabian Leendertz vom RKI, der zu den Autoren der Studie zählt. Als Mindestabstand von Mensch und Tier werden bei den Schimpansen im Taï-Nationalpark sieben Meter empfohlen. «Da hat jedes Schutzgebiet eigene Regeln.» Diese werden aber oft umgangen, weil Touristen zum Beispiel zusammen mit den Affen fotografiert werden möchten. «Das Verantwortungsbewusstsein der Urlauber muss bei dieser Frage gestärkt werden», sagte Leendertz.

Die Studie habe außerdem ergeben, dass sich die Anwesenheit von Wissenschaftlern und Urlaubern positiv auf den Bestand der Affen auswirkt. Die Zahl der Schimpansen sei in den Tourismuszonen und im Umfeld der Forschungsstation zum Beispiel deutlich größer als in den anderen Teilen des Taï-Nationalparks. «Wir fordern deshalb überhaupt nicht, dass Tourismus und Forschung gestoppt werden sollen», sagte der Mediziner. Wichtig sei aber, stärker auf die Hygiene zu achten.

Bei ihrer Arbeit konnten die Wissenschaftler der beiden Institute nachweisen, dass an der Elfenbeinküste verendete Schimpansen zwei Viren in sich trugen, die für Atemwegserkrankungen bei Menschen typisch sind. Veröffentlicht wird die Studie in der Fachzeitschrift «Current Biology».


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