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Montag, 21. Januar 2008

Trotz Krankheit zur Arbeit - Oft liegt es am Gruppendruck

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Krankheit ist für viele kein Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Auch das trägt einer Studie der Universität Frankfurt dazu bei, dass die Zahl der Krankentage langfristig spürbar gesunken ist.

Frankfurt/Main (dpa/tmn) - Krankheit ist für viele kein Grund, nicht zur Arbeit zu gehen. Auch das trägt einer Studie der Universität Frankfurt dazu bei, dass die Zahl der Krankentage langfristig spürbar gesunken ist.

So gab es 2006 mit 3,3 Prozent einen Tiefstand bei den Fehlzeiten, 20 Jahre zuvor waren es noch 5,5 Prozent. Dazwischen habe es einen kontinuierlichen Rückgang gegeben, wie die Universität mitteilt. Ursachen für diese Entwicklung gibt es der Untersuchung zufolge mehrere. Dazu zählen auch veränderte Arbeitsstrukturen, die Arbeitnehmern beispielsweise mehr Selbstorganisation, mehr Eigenverantwortung und mehr Teamarbeit gebracht haben.

Arbeit in der Gruppe könne dazu beitragen, die Fehlzeiten zu verringern, weil Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter steigen, so der Soziologe Hermann Kocyba, der an dem Projekt zur Erforschung von «Krankheitsverleugnung» mitarbeitet. Andererseits steige damit aber auch der Gruppendruck - aus Rücksicht auf die Kollegen zwinge sich mancher, trotz Krankheit zur Arbeit zu gehen. Die höhere Identifikation mit der Arbeit und der steigende Erfolgsdruck hinderten viele Arbeitnehmer daran, sich arbeitsunfähig schreiben zu lassen, solange das nicht als absolut unvermeidbar empfunden werde.

Ob 2007 die Zahl der Krankentage wieder gestiegen ist und sich eine Trendwende abzeichnet, lasse sich noch nicht beurteilen. Die Daten einer einzelnen Krankenversicherung, die darauf hindeuten, sind den Wissenschaftlern zufolge nicht verallgemeinerbar. Für die Studie wurden unter anderem Betriebsärzte, Mitarbeiter von Betriebskrankenkassen und sozialmedizinischen Beratungsstellen, Vertrauensleute und Mitarbeiter von Personalabteilungen befragt.


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