Schreiende Säuglinge leiden oft unter Dreimonatskoliken
München/Zwickau (dpa/tmn) - Häufig schreiende Babys leiden oft unter sogenannten Dreimonatskoliken. Diese starken Bauchschmerzen und Blähungen treten in den ersten drei Lebensmonaten auf, wie der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München mitteilt.
Etwa 80 Prozent der Babys leiden in dieser Zeit oft unter ungefährlichen Blähungen - bei etwa 10 bis 15 Prozent können diese aber sehr schmerzhaft sein und Krämpfe (Koliken) verursachen. Jungen sind dabei häufiger betroffen als Mädchen. «Die Blähungen starten ein paar Wochen nach der Geburt und lassen meist im Alter von drei Monaten nach, mit etwa neun Monaten haben sie bei 90 Prozent der Babys ganz aufgehört», erläutert Prof. Hans-Jürgen Nentwich, Kinder- und Jugendarzt aus Zwickau.
Typisch sei, dass das Baby häufig zur gleichen Tageszeit schreit, insbesondere am späten Nachmittag oder am Abend. Die Krämpfe können ein paar Minuten lang dauern oder auch drei Stunden. «Das Kind lässt sich währenddessen schwer beruhigen und hat oft einen hochroten Kopf», sagt der Experte. Häufig zieht das Baby zu seiner Entlastung die Beinchen an den Bauch und ballt die Händchen.
Eltern sollten bei anhaltenden Blähungen immer den Kinderarzt aufsuchen, um andere Krankheiten auszuschließen. «Beim Füttern kann es helfen, wenn die Mutter das Baby möglichst aufrecht hält», rät Prof. Nentwich. Kleinere Portionen auf häufigere Etappen verteilt seien besser verdaulich. Eine nicht zu heiße Wärmflasche kann außerdem den Magen-Darm-Bereich beruhigen. «Auch eine sanfte Bauchmassage kann die Verdauung unterstützen.» Unter Umständen führe auch der Verzicht auf einzelne Nahrungsmittel zu einer Besserung. Stillende Mütter sollten deshalb testen, ob etwa das Weglassen von Zitrusfrüchten oder starken Gewürzen Auswirkungen auf das Baby hat.
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