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Stichwörter: Johanniskraut, Nebenwirkungen, 
Montag, 7. April 2008

Pflanzliche Arzneimittel nicht ohne Nebenwirkungen

Rostock (dpa) - Pflanzliche Arzneimittel sollten nach Ansicht von Pharmakologen vor der Zulassung genauso geprüft werden wie chemische Medikamente. Auch sie könnten Nebenwirkungen haben.


Die Blüten der Kamille werden als Arzneimittel genutzt. Experten warnen, dass auch pflanzliche Arzneien Nebenwirkungen zeigen können. (Bild: dpa)

«Landläufig herrscht die Meinung vor, pflanzliche Arzneimittel seien frei von Nebenwirkungen und gut verträglich, weil sie aus der Natur stammen», sagte der Rostocker Pharmakologe Bernd Drewelow nach einem zweitägigen Kongress zur Arzneimittelsicherheit in Rostock. «Das ist aber nicht so.» So würde Johanniskraut als mildes Antidepressivum genutzt. Nach einer Nierentransplantation könne es aber die Wirkung des Medikaments aufheben, das die Abstoßung des fremden Organs verhindern soll.

Dies sei bereits vor Jahren ein gravierender Hinweis darauf gewesen, dass pflanzliche Arzneimittel Nebenwirkungen haben können, sagte Werner Knöss vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte. Dennoch gibt es laut Drewelow bis heute keine Warnhinweise für nierentransplantierte Patienten und keine Entscheidung, Johanniskrautpräparate unter Rezeptpflicht zu stellen. Die Besonderheit pflanzlicher Mittel liege darin, dass sie nicht aus einer einzelnen Substanz bestehen, sondern aus einem Gemisch mehrerer Bestandteile. Dies könnte auch noch variieren, je nach der Herkunft der Pflanze oder der Sonneneinstrahlung auf sie.

Streit gibt es laut Drewelow auch um die Kamille. Kamillentee werde als Lebensmittel, aber in der Apotheke auch als Arzneimittel verkauft. Hier wehren sich die Arzneimittelhersteller gegen strengere Zulassungsbestimmungen.


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