Notfall oder nicht? - Im Zweifel lieber den Arzt rufen
München (dpa/tmn) - Wenn Eltern sich um ein krankes oder verletztes Kind sorgen, sollten sie nicht zögern, den Notarzt zu rufen. Besonders bei kleinen Kindern, die noch nicht sprechen können, ist es für Eltern oft schwer, die Situation einzuschätzen.
Das sagt Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in München. Unbedingt alarmiert werden sollte ein Arzt zum Beispiel, wenn ein Kind plötzlich Schwierigkeiten hat zu atmen, zu reden und blau anläuft oder die Haut fahl ist. Das gleiche gilt, wenn ein Kind bewusstlos ist und nicht auf Ansprache reagiert.
Ebenfalls ein Fall für den Arzt sind Krampfanfälle, die sich durch Zuckungen an allen Extremitäten bemerkbar machen oder bei denen das Kind das Bewusstsein verliert. Zeichen wie Nackensteifigkeit und heftige Kopfschmerzen können auf eine Gehirnhautentzündung hinweisen. «Viele Notfälle entstehen aber durch Verletzungen bei Unfällen, wie zum Beispiel durch einen Fahrradunfall», erklärt Fegler. Wird dem Kind im Nachhinein übel, klagt es über Kopfschmerzen oder wirkt verwirrt, muss es so schnell wie möglich in die Notfallambulanz.
Auch wenn eine Wunde tief ist oder nicht zu bluten aufhört, sollte ein Arzt hinzugezogen werden. «Bei Brand- oder Verbrühungswunden besteht bei Kleinkindern bereits ab acht Prozent der Körperoberfläche Lebensgefahr. Ein Prozent entspricht etwa einer Handfläche des Kindes», sagt Fegeler.
Ein besonderer Fall sind Vergiftungen. Hat ein Kind ein Haushaltsmittel, eine giftige Pflanze oder versehentlich ein Medikament eines Erwachsenen geschluckt, sollten Eltern sofort eine Giftinformationszentrale anrufen, auch wenn das Kind noch keine Vergiftungssymptome zeigt. Reste der Substanz, die das Kind eingenommen hat, sollten Eltern aufbewahren. Dies kann die Behandlung erleichtern.
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