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Stichwörter: Chlamydien, 
Montag, 26. November 2007

Mediziner warnen vor Geschlechtskrankheiten

Berlin/Rostock (dpa) - Mediziner haben vor der zunehmenden Gefährdung der Bevölkerung durch sexuell übertragbare Krankheiten gewarnt. Diese seien kaum bekannt, sagte der Rostocker Medizinprofessor Gerd Gross.


Bild: istockphoto.com/Lev Dolgatshjov

Berlin/Rostock (dpa) - Mediziner haben vor der zunehmenden Gefährdung der Bevölkerung durch sexuell übertragbare Krankheiten gewarnt. Diese seien kaum bekannt, sagte der Rostocker Medizinprofessor Gerd Gross.

Es könne jeden Menschen von der Geschlechtsreife an betreffen, erklärte der Mediziner bei der Gründung der Arbeitsgemeinschaft «Sexuelle Gesundheit» am Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin. Während für Anti-Aids-Kampagnen Millionen Euro ausgegeben würden, gebe es für diese Krankheiten kaum eine Öffentlichkeit. Hauptaufgaben der Arbeitsgemeinschaft seien Aufklärung, Beratung und die politischen Akteure an einen Tisch zu holen, sagte der Arzt von der Hautklinik der Universität Rostock.

Bei den sexuell übertragbaren Krankheiten handele sich beispielsweise um Infektionen mit Bakterien wie Chlamydien oder auch Herpes-Viren. Es sei davon auszugehen, dass jährlich 100 000 Kinder wegen Chlamydien-bedingter Sterilität von Frauen nicht geboren werden. Pro Jahr erkrankten 7000 Frauen an dem durch ein Virus ausgelösten Gebärmutterhals-Krebs, 2000 sterben daran. Mehr als eine Million Deutsche litten an Genitalwarzen. Zu einer besonderes gefährdeten Gruppe gehören nach Worten von Gross «die vielen Sextouristen.»

Der Mediziner kritisierte in diesem Zusammenhang «die Ignoranz der Gesundheitspolitik» gegenüber diesem Themenkreis. So würden pro Medizinsemester nur zwei Stunden sexuell übertragbare Krankheiten gelehrt, Beratungsstellen würden geschlossen. Gleichzeitig gebe es kein Zahlenmaterial, um sich einen genaueren Überblick über die Verbreitung dieser Krankheiten schaffen zu können. Es gebe nur für die wenigsten Erkrankungen eine Meldepflicht. Zudem komme es durch Fehldiagnosen und Selbsttherapien der Patienten zu vermehrten Resistenzen gegen Antibiotika und antivirale Mittel.


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