Bewegung fördert die Intelligenz von Kindern
Augsburg (dpa) - Bewegungsarme Kinder bleiben nach Expertenmeinung in ihren geistigen Fähigkeiten hinter Gleichaltrigen zurück, die sich beim Spielen oder Sport austoben.
«Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Intelligenz des Menschen durch eine regelmäßige Bewegung gefördert wird», sagte Helmut Altenberger, Professor für Sportpädagogik an der Universität Augsburg. Vor allem bei Kindern mit hohem Medienkonsum sei ein gravierender Bewegungsmangel mit Übergewicht und Haltungsschäden festzustellen.
Beim Sportkongress «Fitte Kinder» in Augsburg war Anfang April die gesunde Entwicklung von Kindern zentrales Thema. «Die Bedingungen dafür sind heute ganz andere als noch vor 40 Jahren», erläuterte Altenberger. Während in den 60er und 70er Jahren die Mädchen und Buben ihre Freizeit auf der Straße verbrachten, spiele sich das jugendliche Leben heute meist in den Wohnungen ab. Das vielfältige Fernsehangebot und die grenzenlosen Möglichkeiten am Computer seien zu attraktiv, um nach Alternativen zu suchen. «Dadurch haben die jungen Leute weniger Gelegenheiten, sich zu bewegen.»
Immer häufiger leiden Kinder auch an Konzentrationsschwäche. Für Altenberger hängt dies ebenfalls mit einem Mangel an Bewegung zusammen. «Wenn wir körperlich aktiv sind, wird unser Gehirn mit Sauerstoff versorgt. Eine Erhöhung der Reize im Gehirn steigert dessen Kapazität.» Dies sei langfristig für die Entwicklung der Intelligenz förderlich und steigere kurzfristig Aufmerksamkeit und Konzentration. «Deshalb ist es im Schulunterricht auch so wichtig, dass die Kinder zwischendurch mal fünf Minuten lang toben dürfen.»
Der Bewegungsmangel ist nach Altenbergers Auffassung die Hauptursache dafür, dass in Deutschland rund 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen zu dick sind. «Auch eine einseitige Ernährung trägt als schleichender Prozess zum Übergewicht bei.» Zudem seien die Kinder heute größeren Umweltbelastungen ausgesetzt. «Das wirkt auf den kindlichen Organismus und kann ebenfalls zu Übergewicht und Folgeerkrankungen führen.»
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