Vom Krebs gezeichnet: Schminkkurs hilft Frauen
Plötzlich unterbricht die 56 Jahre alte Elfi voller Vorfreude die Unterhaltung: «Jetzt wird alles verändert, auch die Haarfarbe.» Dann lüftet sie das Geheimnis, das sie unter dem kunstvoll zur Kopfbedeckung gewickelten Schal trägt. Für die anderen Frauen ist der Anblick des mit nur wenigen Haarstoppeln bedeckten Kopfes nicht ungewöhnlich. Sie wissen vom drohenden Haarausfall oder kompletten Haarverlust während der Chemo. Wehmütig erzählt Elfi von ihren wunderschönen, langen Haaren. Sie schmunzelt, als sie aus ihrer Handtasche eine rotschimmernde Perücke mit Zopf zieht. Alle lachen, als eine Mitstreiterin erzählt, dass sie ihr «Zweithaar» Gisela nennt.
Nach letzten Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (Berlin) waren im Jahr 2004 in Deutschland rund 206 000 Frauen und 230 500 Männer an Krebs erkrankt. «Zwei Mal haben wir Kurse nur für Männer angeboten. Dann haben wir das eingestellt», sagt Wehmeier. Zwar konnten Bier, Frikadellen und Kuchen die Teilnehmerzahl erhöhen, doch so richtig in Schwung kamen die Seminare nicht. «Viele fühlen sich durch den Verlust der Körperbehaarung als Babyface», erklärt die Kosmetikerin.
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