Stressfaktor Passivrauchen - Wenn Kumpels und Eltern qualmen
Wer dennoch versuchen will, seine Freunde vom Nichtrauchen zu überzeugen, kann es mit Hilfe eines Lehrers versuchen: «Vielleicht ist es ja möglich, Projekte zu starten und im Klassenverband darüber zu diskutieren», rät Ernst-Günther Krause von der Nichtraucher-Initiative Deutschlands in München. Dieser Versuch kann zwar schief gehen, vielleicht bewirkt er aber zumindest bei einigen ein Umdenken.
Wenn die Raucher im Freundeskreis auch auf Durchzug stellen, sind die qualmenden Eltern unter Umständen empfänglicher für Argumente. «In Deutschland leben etwa 8,5 Millionen Jungs und Mädchen in Haushalten, in denen mindestens eine Person raucht», sagt Martina Pötschke-Langer vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg. Oft seien sich die Eltern gar nicht darüber im Klaren, was sie ihrem Nachwuchs damit antun.
Also gilt es, gegenüber dem Vater oder der Mutter deutlich zu werden: «Wer über lange Zeit zugequalmt wird, ist besonders anfällig für Infekte und Herz-Kreislauferkrankungen», erklärt Pötschke-Langer. «Außerdem haben junge Menschen, die in einem Raucherhaushalt leben, ein um 20 Prozent höheres Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.» Kein Wunder, schließlich enthält Zigarettenrauch mehr als 4800 giftige Substanzen. Und nicht nur die Raucher selbst, sondern auch ihr Umfeld bekommen sie ab.
«Vor allem Kinder und Jugendliche sind durch das Passivrauchen gefährdet», verdeutlicht Wolf-Rüdiger Horn, Suchtbeauftragter des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte in Köln. «Jungs und Mädchen haben eine höhere Atemfrequenz als Erwachsene, da ihre Lungen kleiner sind und sie sich mehr bewegen.» Wer seinen Eltern das vor die Nase hält, bringt sie vielleicht nicht dazu, sofort mit dem Rauchen aufzuhören. Aber vielleicht qualmen sie danach zumindest nicht mehr im Wohnzimmer, sondern auf der Terrasse.
Egal, ob es die Eltern oder die Freunde in der Clique sind: Wer täglich mit Rauchern unterwegs ist, kommt meist irgendwann in die Versuchung, sich selbst Zigaretten anzustecken, um kein Außenseiter mehr zu sein. In solchen Momenten ist es nach Worten der Experten besonders wichtig, standhaft zu bleiben - vielleicht helfen dabei die harten Fakten im Hinterkopf.
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