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Stichwörter: TanorexieHautkrebs
Montag, 14. Januar 2008

Solarien können süchtig machen

Berlin/Euskirchen (dpa/gms) - Der Wunsch nach der perfekten Bräune ist immer noch allgegenwärtig. Bei immer mehr Jugendlichen hat der Besuch im Solarium einen festen Platz in der Wochenplanung. Mediziner sprechen schon von einer neuen Art von Sucht - der «Tanorexie».


Wer im Solarium Stammgast ist, kann suchtgefährdet sein. (dpa/gms-Archivbild)

Berlin/Euskirchen (dpa/gms) - Der Wunsch nach der perfekten Bräune ist immer noch allgegenwärtig. Bei immer mehr Jugendlichen hat der Besuch im Solarium einen festen Platz in der Wochenplanung. Mediziner sprechen schon von einer neuen Art von Sucht - der «Tanorexie».

Tobias Forschner vom Hauttumorzentrum der Charité in Berlin sieht diesen Trend mit Sorge. «Gerade während meiner Notdienste kommen junge Menschen zu uns, die sich bei einem Besuch im Solarium schwer verbrannt haben», sagt er. Während in diesen Fällen eine Behandlung mit Salben und Cremes bereits Linderung verschaffen kann, sind die Langzeitwirkungen exzessiver Solariengänge weitaus gefährlicher.

«Das Hautkrebsrisiko ist bei Sonnenbank-Fanatikern vielfach höher», weiß der Mediziner. Experten unterscheiden dabei zwischen hellem und schwarzen Hautkrebs. Schwarzer Hautkrebs mache sich vor allem durch dunkler werdende Leberflecke bemerkbar und könne sogar zum Tod führen, warnt der Arzt.

«Etwa acht Solariumsbesuche im Jahr für maximal je 20 Minuten sind gerade noch okay, aber mehr sollten es nicht sein», sagt Anne Hundgeburth vom Bundesverband der Dermatologen in Euskirchen bei Köln. Junge Menschen unter 18 Jahren sollten das Solarium aber generell meiden, weil ihre Haut noch keinen Eigenschutz gegen die Strahlung gebildet hat.

Und sobald die Besuche regelmäßig werden, besteht Suchtgefahr, sagt die Psychologin Constanze Fakih aus Berlin. «Die Jugendlichen bekommen dann schnell das Gefühl, sie müssen es tun. Ihr Wohlbefinden hängt sogar schon davon ab.»

Fakih rät den Jungs und Mädchen, sich klar zu machen, dass Schönheit relativ ist: «Was heute noch als schick gilt, ist morgen schon wieder nicht mehr in.» Das betreffe die ständig wechselnden Modestile genauso wie den Trend zur gebräunten oder blassen Haut.


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