Resistente Erreger: Tuberkulose bleibt eine Gefahr
So wie bei Peter Petzold: Der ehemalige Krankenpfleger hatte nie eine schlimmere Krankheit und musste nie selber in einer Klinik behandelt werden. Bis ihn im Ruhestand vor rund einem Jahr eine vermeintliche Lungen- und Rippenfellentzündung umwarf. Erst als es ihm nach drei Monaten immer noch nicht gut ging, wurde bei weiteren Untersuchungen die eigentliche Krankheit Tb entdeckt, mit der er sich wahrscheinlich bei seiner Arbeit als Pfleger angesteckt hatte.
«Ich war ehrlich gesagt froh, dass es kein Lungentumor war, sondern Tuberkulose - denn die ist ja heilbar», sagt er. In der Tat sind die Chancen in den meisten Fällen gut: Mehr als Dreiviertel der Fälle in Deutschland (2005: 78,4 Prozent) können geheilt werden.
Auch Petzold ist ein Jahr nach dem Ausbruch der Krankheit wieder gesund, seit einigen Wochen ist die Therapie abgeschlossen. «Ich fühle mich wie neugeboren», sagt der 67-Jährige. «Jetzt kann ich endlich wieder ein Gläschen Wein trinken und verreisen.»
INFO: Tuberkulose kann alle Organe befallen
Die Tuberkulose ist eine weltweit verbreitete Krankheit, deren Erreger fast immer über die Luft übertragen werden. In vielen Fällen kann sich der Körper gegen die Infektion wehren, indem Fresszellen die eingeatmeten Bakterien in der Lunge abfangen. Dabei werden die Erreger aus der Familie der Mykobakterien - hauptsächlich das Mycobacterium tuberculosis - aber nicht getötet, sondern können auch Jahre später noch eine Tuberkulose auslösen.
Bricht die Krankheit aus, so ist in der überwiegenden Zahl der Fälle die Lunge betroffen. Sie kann aber auch jedes andere Organ befallen, zum Beispiel die Haut. Zu den Symptomen gehören Husten, Atemnot, Gewichtsabnahme, Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schweißausbrüche. Unter einer offenen (infektiösen) Tuberkulose versteht man Erkrankungen, bei denen vom Infektionsherd aus Erreger - etwa über die Luftwege - freigesetzt werden können.
Der Mediziner Robert Koch beschrieb vor 126 Jahren, am 24. März 1882, bei einem Vortrag in Berlin als erster das Mycobacterium tuberculosis. Für seine Entdeckung erhielt er 1905 den Nobelpreis.
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