Resistente Erreger: Tuberkulose bleibt eine Gefahr
Berlin (dpa) - Es schien eine normale Lungenentzündung zu sein. Peter Petzold hatte hohes Fieber und fühlte sich extrem schlapp. Doch dann kam die Diagnose seines Arztes: Der heute 67-Jährige hatte Tuberkulose, eine lebensgefährliche Krankheit.

Ein Ausschnitt des Tuberkulose-Erregers Mycobacterium tuberculosis, aufgenommen unter dem Elektronenmikroskop. (Bild: dpa)
«Dabei dachte ich immer, Tuberkulose gibt es nicht mehr», erzählt Petzold. Tatsächlich ist Tuberkulose (Tb) aber nach Angaben des Robert Koch Instituts (RKI) weltweit die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen. In Deutschland wurden, so ein RKI-Bericht, im Jahr 2006 gut 5400 Fälle neu registriert, 201 Menschen starben bundesweit.
«Der Anteil der Infizierten sinkt zwar in Deutschland, aber global gesehen ist Tuberkulose noch immer nicht besiegt», sagt die Ärztin vom Deutschen Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK), Barbara Hauer, in Berlin. «Problematisch ist bei der Tuberkulose heute vor allem, dass die Fälle seit einigen Jahren deutlich komplizierter werden», berichtet Hauer. Vor allem die Resistenzen seien auch in Deutschland eine große Herausforderung. «Es gibt Bakterien, die sind gegen mehrere oder sogar alle Tuberkulose-Medikamente resistent.»
Laut RKI waren 2006 knapp 13 Prozent der Tb-Bakterienstämme in Deutschland gegen ein Standardmedikament resistent, weitere 2,2 Prozent gegen mindestens zwei. Das bedeutet zwar bundesweit einen leichten Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, dennoch warnen viele Experten vor der Gefahr der multiresistenten Bakterienstämme.
Insgesamt tritt Tuberkulose nach RKI-Angaben vor allem in Entwicklungsländern und zunehmend den Nachfolgestaaten der Sowjetunion auf. Doch auch in Deutschland ist das Risiko nicht gebannt, unter anderem wegen der Migranten aus diesen Gebieten. So stammten mehr als 43 Prozent der im Jahr 2006 neu Erkrankten aus dem Ausland, vorwiegend den osteuropäischen Ländern.
Außerdem erkranken relativ häufig ältere Menschen an der Tuberkulose. Das liegt nach den Worten der Expertin Hauer vom DZK daran, dass diese Patienten sich in der Nachkriegszeit infizierten und die Erreger jahrzehntelang unerkannt in ihrem Körper trugen - bis sie im Alter anfälliger wurden und die Tb ausbrechen konnte.
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