Professionelle Hilfe muss passgenau sein
Es gibt auch Grenzfälle: Oft entdecke sie im Coaching gemeinsam mit dem Klienten Beziehungsmuster, die aus der Kindheit erklärbar seien, sagt Gisela Freisberg. Dann sei die Frage, ob ein Wechsel zur Therapie sinnvoll ist.
Freisberg verdeutlicht dies am Beispiel einer Frau, die sich wegen Problemen mit der Chefin coachen ließ. «Da tauchten Interaktionsmuster auf, die aus einer früheren traumatischen Vater-Kind-Beziehung rührten.» Da die Patientin aber keinen dauernden Leidensdruck hatte und sich des Zusammenhangs bewusst war, sei das Coaching ausreichend gewesen.
Umgekehrt kann sich ein Fall, der als Therapie beginnt, auch als Sache für das Coaching herausstellen. Wer sich nicht entscheiden kann, sollte sich beraten lassen. Helfen können hier psychosoziale Beratungsstellen, die es in vielen Städten gibt. Auch Organisationen wie der dvct oder der BDP-nahe Psychotherapie-Informations-Dienst helfen bei der Einschätzung und können telefonisch Auskunft geben.
Vor der endgültigen Entscheidung sollten die Betroffenen bedenken, dass die Qualifikation des Helfers nur ein erstes Kriterium ist, sagt Baier. Ebenso wichtig sei der Eindruck vom Coach oder Therapeuten. «Wenn man beim ersten Treffen ein komisches Gefühl hat, wird das mit der Zeit nicht verschwinden und würde die gesamte Arbeit behindern.»
Informationen: Psychotherapie-Informations-Dienst, Telefon: 0228/74 66 99; Deutscher Verband für Coaching und Training, Telefon: 040/22 60 80 07
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