Pokern birgt hohe Suchtgefahr
Insofern kritisiert der Fachverband jede Form von Werbung für Suchtmittel wie auch für Glücks- und Gewinnspiele. «Mit wachsendem Angebot steigt die Zahl der Abhängigen», ist Premper überzeugt. Bei den leicht verfügbaren Internetspielen fehle sogar jegliche soziale Kontrolle. Wenn sich das Leben mehr und mehr ums Spielen sowie die Geldbeschaffung dafür dreht, ist nach Meinung des Experten die Schwelle zur Sucht überschritten. Es folgten soziale Probleme in Familie, Partnerschaft und Freundeskreis, mitunter sogar der Verlust des Arbeitsplatzes wegen Bummelei oder Unterschlagung.
Die Behandlung setze darauf, den besonderen «Kick» des Spiels zu erkennen und unter Kontrolle zu bringen. Dazu müsse der Spieler lernen, Spannungen anderweitig abzubauen. «Ich gehe dann joggen oder ins Fitnesscenter, und in Ruhephasen greife ich sogar wieder mal zu einem guten Buch», erzählt ein Patient. Mindestens ebenso wichtig sei die Schuldenregulierung, die bereits in der Klinik beginne, sagt der Psychologe. In gemeinsamen Gesprächen mit dem Partner oder den Eltern werde versucht, Vertrauen als Basis für soziale Bindungen neu aufzubauen.
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