Mobbing und Stress machen deutsche Schüler krank
«Wenn trotz leichter Verbesserungen in diesem Bereich die psychosomatischen Störungen gestiegen sind, müssen sich Risikofaktoren in anderen Bereichen erhöht haben», schlussfolgerte der Professor. Als Beispiel nannte er familiäre Probleme, Medienkonsum und Jugendkultur. Das sei nicht immer eine Frage der Zugehörigkeit zu sozialen Schichten, obwohl das grundsätzlich einen Risikofaktor für Krankheit darstelle. «Nachhilfe ist für viele bezahlbar. Ein gutes Familienklima lässt sich aber nicht erkaufen.»
Melzer warnte davor, Schüler zu sehr auf Leistungen zu fixieren. Wichtige Kompetenzen wie ein positives Sozialverhalten fielen so unter den Tisch. «Es ist eine Daueraufgabe, die Qualität der Schule zu verbessern.» Dabei habe Güte nichts mit dem Schultyp zu tun. «Es gibt die sehr gute Mittelschule und das schlechte Gymnasium. Gesundheit und Stress lassen sich daran nicht festmachen. Die Frage ist nur, ob der Schüler in schwierigen Situationen auf Hilfe rechnen kann.» Auch Mitschüler sieht er dabei in der Pflicht. Methoden wie die zu DDR-Zeiten üblichen Lernpatenschaften zwischen Schülern seien pädagogisch durchaus sinnvoll.
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