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Donnerstag, 31. Mai 2007

Mit einem Entwöhnungskurs das Rauchen aufgeben

Deswegen hat sie sich zum Raucherentwöhnungskurs im Klinikum Berlin-Neukölln entschlossen. Zusammen mit neun weiteren Frauen kämpft sie gegen die Sucht an. Das ist nicht leicht. «Nikotin hat ein weitaus höheres Suchtpotenzial als Heroin», berichtet der Leiter des Projekts, Psychologe Michael Heidler. «32 Prozent der Menschen, die einmal eine Zigarette probieren, werden abhängig.» Beim Heroin sind es immerhin 12 Prozent weniger.

Vor allem aber macht der blaue Dunst auch psychisch abhängig, denn bei den meisten Rauchern gehört die Zigarette fest zum Alltag dazu: beim Kaffee am Morgen oder nach dem Essen am Abend. «Deswegen müssen wir für die Zeit des Ausstiegs bewusst neue Beschäftigungen schaffen und die Tagesabläufe ändern», erklärt Heidler.

Einfach ist das neue Leben ohne Zigaretten nicht. «Ich bin rauchfrei, aber nicht glücklich», sagt eine der derzeitigen Kursteilnehmerinnen. Immerhin haben die meisten von ihnen 30 Zigaretten oder mehr am Tag geraucht. Nun muss der Alltag komplett umgestellt werden. Im Fall einer der Teilnehmerinnen bedeutet das: Anstatt morgens zwei Stunden lang eine Zigarette nach der anderen zu rauchen, geht sie nun erst unter die Dusche und dann spazieren.

Dieses Prinzip der Raucherentwöhnung wird auch von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in Bonn empfohlen. «Es ist am Erfolg versprechendsten, über eine Verhaltensänderung von den Zigaretten los zu kommen», sagt Sprecherin Marita Völker-Albert. «Deswegen verfolgen wir mit unseren Aussteigerprogrammen auch die Schlusspunkt-Methode, bei der man sich auf die letzte Zigarette gut vorbereitet und für die Zeit danach Alternativen sucht.»

Im Berliner Klinikum sind tatsächlich mehr als 80 Prozent der Teilnehmer nach Kursende rauchfrei. Barbara Seeck ist eine von ihnen. Zwischenzeitlich hatte sie zwar einen Rückfall und griff zwei Wochen lang wieder zur Zigarette. Doch auch wenn es im zweiten Anlauf schwerer fiel, ist sich Seeck sicher: «Jetzt schaffe ich es, immerhin fühle ich mich auch schon viel besser und vermisse nichts.»


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