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Donnerstag, 13. Dezember 2007

Mehr Verbraucherrechte: Neues Versicherungsvertragsgesetz

BETEILIGUNG AN STILLEN RESERVEN: Lebensversicherer bilden aus dem Geld ihrer Kunden sogenannte stille Reserven. Denn den Kunden kommt lediglich der als Überschussbeteiligung am Kapitalmarkt erwirtschaftete Gewinn zugute. Jetzt sollen die Einzahler «angemessen an den noch mit ihren Prämien erwirtschafteten, noch nicht realisierten Gewinnen beteiligt» werden, heißt es beim Bundesjustizministerium. Das bedeutet zum einen, die Unternehmen müssen die stillen Reserven offenlegen und Kunden jährlich über den auf sie entfallenden Teil unterrichten. «Und der Gesetzgeber hat gesagt: Versicherer müssen beim auf die Beiträge des Kunden zurückzuführenden Teil bei Vertragsende mit ihm Fifty-Fifty machen», erläutert Rudnik.

VORVERTRAGLICHE ANZEIGEPFLICHT: Bislang müssen Antragsteller zum Beispiel bei der Hausratversicherung alles angeben, was für die Risikoeinschätzung relevant sein könnte - zum Beispiel einen Gewerbebetrieb im Erdgeschoss oder nebenan, der die Einbruchs- oder Schadensgefahr erhöht. Von dieser Anzeigepflicht wird der Kunde nun entbunden. Das Risiko, ob bestimmte Daten für den Versicherer wichtig sind, trägt er nun selbst und muss von sich aus fragen - und zwar schriftlich. Das gilt auch für die Gesundheitsfragen beim Beantragen einer Berufsunfähigkeitsversicherung.

POLICENMODELL UND PRODUKTINFORMATIONSBLATT: Künftig soll der Kunde schon vor Abschluss einer Police eine knappe Zusammenfassung der wichtigsten Produkteigenschaften seiner Versicherung bekommen sowie alle Unterlagen. «Das Wesentliche auf zwei Seiten», so beschreibt das Peter Schwark vom Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. Die Versicherungsunternehmen befürchten eine «Papierflut» - und höhere Kosten. Ob sich mehr Kunden durch die Paragrafen beißen, muss wohl in der Tat die Zukunft zeigen. Selbst Ombudsmann Wolfgang Römer sagte in der Diskussion um das Gesetz: «Wann der Kunde die Versicherungsbedingungen nicht liest, ist schließlich egal.»


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