Gesund und günstig genießen: Kochen mit Hartz-IV-Budget
Frankfurt/Main (dpa) - Auf dem Herd köchelt die Gemüsebrühe, im Ofen brutzelt das Rote-Beete-Gratin, und nebenbei wird frisches Gemüse geschnippelt: Mittendrin ein Herr in weißer Schürze.
Frankfurt/Main (dpa) - Auf dem Herd köchelt die Gemüsebrühe, im Ofen brutzelt das Rote-Beete-Gratin, und nebenbei wird frisches Gemüse geschnippelt: Mittendrin ein Herr in weißer Schürze.
Dieser gibt den Umstehenden Tipps, geht ihnen zur Hand und erzählt viel über gesundes Essen, einfache Zubereitungsweisen und den Geschmack, der niemals auf der Strecke bleiben muss. Auch dann nicht, wenn für die täglichen Mahlzeiten wenig Geld zur Verfügung steht und man den Euro, besonders am Monatsende, womöglich zwei- oder dreimal umdrehen muss. Oliver Schneider (27) zeigt beim «Hartz IV Kochkurs», wie man mit wenig Geld viel Geschmack zaubert.
«Wer saisongerecht einkauft, kann viel Geld sparen und bekommt gleichzeitig geschmacklich ausgezeichnete Produkte», erklärt der Chefkoch. «Ein riesiges Stück Fleisch für fünf Euro kann qualitativ nicht gut sein.» Seit Anfang des Jahres bietet Schneider in seinem Restaurant im Frankfurter Stadtteil Bockenheim regelmäßig Kochkurse an, die nicht nur bei Hartz-IV-Empfängern beliebt sind, zumal das Thema richtige Ernährung derzeit in aller Munde ist.
«Preiswerte Lebensmittel gibt es nicht», stellt Schneider klar. «Autos oder Fernseher können preiswert sein, aber gutes Essen hat seinen Preis.» Dennoch könne man beim täglichen Einkauf viel Geld sparen, wenn man einige fast schon selbstverständliche Hinweise beachte. Es sei wichtig, vor allem die frischen Lebensmittel richtig zu lagern. Selbst im Kühlschrank verderbe oftmals Gemüse, obwohl es simple Tricks gebe, um beispielsweise Kräuter lange aufzubewahren. «Einfach ein feuchtes Küchentuch drum wickeln und dann jeden Tag mit etwas Wasser neu anfeuchten, und die Kräuter bleiben lange frisch», sagt Schneider.
Noch viel mehr Geld könne aber gespart werden, wenn nur das gekauft werde, was in Deutschland gerade Saison habe. So hat Schneider in den vergangenen Wochen viele Gerichte mit roter Beete gekocht, denn «die wird einem auf dem Markt gerade regelrecht hinterher geworfen». Für den richtigen Geschmack muss man laut Schneider weder stundenlang in der Küche stehen noch unendlich viel Geld für die Zutaten ausgeben. «Meine Devise lautet: einfach und gut. Ich möchte meinen Teilnehmern zeigen, wie schön es ist, mit deutschen Produkten zu kochen und vor allem, wie günstig das sein kann.» Es sei auch völlig ausreichend, an einem Tag pro Woche Fisch und an zwei Tagen Fleisch zu essen.
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