Gesund mit Gewürzen - aber Nebenwirkungen beachten
Hamburg (dpa/tmn) - Gewürze lassen einem das Wasser im Munde zusammen laufen. Nelken, Anis, Ingwer, Pfeffer und Zimt geben Speisen den nötigen Pfiff - und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Aber nicht jedes Gewürz ist gesund - schon gar nicht im Übermaß.

Genau hingucken: Bestimmte Zimtsorten aus China enthalten zu viel Cumarin. (Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)
Hamburg (dpa/tmn) - Gewürze lassen einem das Wasser im Munde zusammen laufen. Nelken, Anis, Ingwer, Pfeffer und Zimt geben Speisen den nötigen Pfiff - und wirken sich positiv auf das Wohlbefinden aus. Aber nicht jedes Gewürz ist gesund - schon gar nicht im Übermaß.
Gewürze enthalten ätherische Öle, Spurenelemente, Mineralstoffe und Vitamine. Ihrer Inhaltstoffe wegen sind sie seit Jahrhunderte begehrt: «Gewürze sind im Mittelalter gar nicht unbedingt zum Würzen benutzt worden, sondern als Heilmittel und als Aphrodisiakum», sagt Viola Vierk, Geschäftsführerin des Gewürzmuseums «Spicy's» in der Hamburger Speicherstadt. Ingwer wirke sich beispielsweise positiv auf das Immunsystem aus: «Ich kenne viele Leute, die trinken den ganzen Winter über Ingwertee.»
Nach Angaben des Fachverbandes der Gewürzindustrie in Bonn wurden Salbei, Petersilie und Safran beispielsweise als Abtreibungsmittel eingesetzt. In Nelken, Wacholderbeeren und Zimt verstecken sich natürliche Insektizide. Und Myristicin aus der Muskatnuss hat in hochdosierter Form halluzinogene Wirkungen. Stark duftende Gewürze galten seit jeher als Aphrodisiakum und spielten in der Magie eine große Rolle. Und schließlich gelten viele Gewürze seit jeher als förderlich für die Verdauung.
Auf welche Weise das geschieht, konnten beispielsweise jüngst Mediziner der Universität München zeigen. Wie die Forscher im Fachmagazin «Gastroenterology» berichteten, fanden sie im Dünndarm so genannte Sensorzellen, welche die Darmtätigkeit steuern und von den Aromastoffen, die typisch für Thymian und Gewürznelken sind, aktiviert werden.
Hobbyköchen legt der Fachverband der Gewürzindustrie in Bonn die folgenden Würzregeln nahe: Gartenkräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Dill sollten erst gegen Ende des Garvorgangs an die Speisen gegeben werden. Kräuter wie Beifuß, Bohnenkraut, Majoran, Liebstöckel und Rosmarin dagegen entfalten ihre Würzkraft erst beim Mitgaren. Sie sind daher vorsichtiger zu dosieren. Paprika, Chili, Curry und Knoblauch dürften nicht in zu heißes Fett geben werden. Sie verfärben sich dann dunkel und schmecken bitter.
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