Geplant oder ungeplant: Ein Kaiserschnitt hat immer Folgen
Berlin (dpa/gms) - Etwa jede vierte Geburt in Deutschland geht mit Hilfe eines operativen Eingriffs über die Bühne - Tendenz steigend. Ursprünglich eine lebensrettende Maßnahme für Mutter und Kind, wird der Kaiserschnitt immer häufiger «zur Sicherheit» vorgenommen.
Berlin (dpa/gms) - Etwa jede vierte Geburt in Deutschland geht mit Hilfe eines operativen Eingriffs über die Bühne - Tendenz steigend. Ursprünglich eine lebensrettende Maßnahme für Mutter und Kind, wird der Kaiserschnitt immer häufiger «zur Sicherheit» vorgenommen.
Über seine Folgen wissen viele Frauen jedoch nur wenig. Manche Mütter haben aus medizinischen Gründen keine Wahl: Wenn sich etwa im Geburtsverlauf die Herztöne des Kindes verändern, ist ein Notkaiserschnitt unumgänglich. Daneben gibt es viele vor der Geburt erkennbare Indikationen, die einen Kaiserschnitt nötig machen: eine Querlage des Kindes oder extreme Beckenverformungen zum Beispiel.
Einige Indikationen bewerten die Mediziner aber unterschiedlich. «Hierzu gehört die Beckenendlage», sagt Prof. Klaus Vetter, Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Berlin. In solchen «Kann-Situationen» entscheiden sich Mütter und Mediziner heute zunehmend für einen Kaiserschnitt.
Auch Frauen, bei denen keine medizinische Notwendigkeit besteht, stimmen heute häufiger für einen Kaiserschnitt. «Es gibt durchaus Frauen, die extreme Angst vor Schmerzen oder eine frühere Geburt als Trauma erlebt haben», sagt Ines Albrecht-Engel von der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung, Familienbildung und Frauengesundheit in Berlin. Hinzu kommt etwa der Wunsch, den Geburtstermin zu planen.
Wichtig ist es, die Folgen des Eingriffs zu bedenken. Dazu gehören ein erhöhtes Embolie- und Thrombose-Risiko. «Die Frau muss wissen, dass die Narbe im Uterus eine Schwachstelle ist», sagt Vetter. Bei späteren Schwangerschaften treten häufiger Probleme bei der Einnistung der Plazenta oder Risse der Gebärmutter auf.
Während der natürlichen Geburt werden Bindungs- und Liebeshormone ausgeschüttet - dies ist beim Kaiserschnitt gestört. «Immer, wenn es zu einer Trennung zwischen Mutter und Kind kommt - wie für Minuten bis Tage nach dem Kaiserschnitt - erschwert und verlangsamt das die Mutter-Kind-Bindung», sagt Katrin Mikolitch, Ärztin und Gründerin der Organisation «Kaiserschnitt Netzwerk» in Düsseldorf. Folgen können Fremdheitsgefühle oder Stillschwierigkeiten sein.
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