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Mittwoch, 2. Januar 2008

Familien im Stress - Eltern sind oft überlastet

Berlin (dpa/tmn) - Ganz stressfrei geht es in keiner Familie zu. Manchmal aber erreicht die Überforderung die Schmerzgrenze. «Eltern-Burnout» wird das Phänomen genannt. Bei Familienstress kommt vieles zusammen, sagt Bettina Mähler aus Gelnhausen bei Frankfurt/Main.


Kinder können Spaß machen, aber auch Stress - mit der guten Laune ist es dann schnell vorbei. (Bild: Diagentur/dpa/tmn)

Berlin (dpa/tmn) - Ganz stressfrei geht es in keiner Familie zu. Manchmal aber erreicht die Überforderung die Schmerzgrenze. «Eltern-Burnout» wird das Phänomen genannt. Bei Familienstress kommt vieles zusammen, sagt Bettina Mähler aus Gelnhausen bei Frankfurt/Main.

Dabei gehe es oft weniger um objektive Faktoren als um subjektive Wahrnehmung. «Eltern sehen ihre Rolle heute ganz anders als früher» «Früher sind Kinder einfach mitgelaufen, und man hat sich nicht so viele Gedanken gemacht», erzählt die Lehrerin, die lange Elternkurse gegeben hat. «Heute ist Elternsein mit großen Erwartungen befrachtet, es gibt einen enormen Perfektionsdruck.»

Denn oft ist die Realität grauer als das farbenfrohe Bild, das vom Familiendasein in der Öffentlichkeit gemalt wird: «Da sind immer alle ausgeschlafen und gut gelaunt, die Wohnung ist sauber und aufgeräumt», sagt Mähler. Umso größer ist der Kontrast beim Blick ins reale Kinderzimmer. Viele Kinder seien außerdem schwieriger als früher. «Und sie treten ihren Eltern gegenüber anders auf.»

Ein buchstäblicher Burnout, bei dem ein Elternteil psychisch und physisch zusammenbricht, sei zwar selten, sagt Mähler. Stress bis an die Belastungsgrenzen gebe es aber in vielen Familien. «Je nach Alter des Kindes gibt es unterschiedliche Stressoren», ergänzt Julia Scharnhorst vom Vorstand des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen (BDP) in Berlin. Junge Eltern mit kleinen Kindern seien oft gestresst, wenn sie nachts wenig Schlaf bekommen und das Baby auch tagsüber viel schreit.

«Schon das Stillen ist nachts kein Spaß, die Kinder zu füttern auch nicht immer. Dann kommen die Zähne, später die Kinderkrankheiten», sagt Bettina Mähler. Für Eltern heißt das oft genug Schlafentzug. Und das sind nur die alltäglichen Probleme: «Frühgeburten sind heute häufiger», sagt Andreas Engel, Leiter einer Erziehungsberatungsstelle in Hof.


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