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Stichwörter: Chlamydien
Mittwoch, 24. Januar 2007

Die heimliche Epidemie: Viele Teenager haben Chlamydien

Berlin (dpa) - Viele Jugendliche sind über Geschlechtskrankheiten schlecht informiert. Eine Studie aus Berlin, die das Fachmagazin «Der Hautarzt» jetzt veröffentlicht, bestätigt das einmal mehr: Zahlreiche Mädchen hatten durch Sex ohne Kondom eine Chlamydien-Infektion.


Trotz Werbung: Jugendliche sind über Geschlechtskrankheiten schlecht informiert.

Berlin (dpa) - Viele Jugendliche sind über Geschlechtskrankheiten schlecht informiert. Eine Studie aus Berlin, die das Fachmagazin «Der Hautarzt» jetzt veröffentlicht, bestätigt das einmal mehr: Zahlreiche Mädchen hatten durch Sex ohne Kondom eine Chlamydien-Infektion.

Zehn Prozent der 17-jährigen Mädchen, die in der Hauptstadt an einer Reihenuntersuchung (Screening) teilnahmen, waren betroffen. «Und nur die allerwenigstens wissen, dass Unfruchtbarkeit die Folge sein kann. Es ist eine Art heimliche Epidemie», sagt die Charité- Ärztin und Mitinitiatorin der Studie, Christina Klapp. Die Gynäkologin des Virchow-Klinikums ist zusammen mit sieben weiteren Kolleginnen seit Jahren in Berlin in einer Art «Aufklärungs-Staffel für die Aufklärung» unterwegs: Für die Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau (ÄGGF) besuchen sie Berliner Schulen und beantworten Fragen der 10- bis 18-Jährigen rund um das Thema Sexualität.

Bundesweit tun das viele ihrer Vereinskolleginnen - aber Zahlen zum tatsächlichen Vorkommen der tückischen Chlamydien-Erreger außerhalb von Risikogruppen gibt es bislang nur aus Berlin. «Mit steigender Zahl der wechselnden Sexualpartner lag die Infizierten-Quote sogar bei bis zu 20 Prozent der 17-Jährigen», resümiert Klapp aus der Stichprobe der 266 minderjährigen Teilnehmerinnen. Kondome haben die meisten (65 Prozent) danach nur beim «ersten Mal» benutzt, anschließend sank dieser Anteil auf 20 bis 30 Prozent. Neun von zehn Mädchen hatten zudem noch nie etwas von einer Gefahr durch die unentdeckte Krankheit gehört.

«Wir brauchen dringend bundesweite Erhebungen», betont auch Gisela Gille, Frauenärztin aus Lüneburg und Vorsitzende der ÄGGF. Erst dann würde die Notwendigkeit eines regelmäßigen, von den Kassen bezahlten Chlamydien-Screenings für junge Mädchen auch politisch wahrgenommen. «Schätzungsweise ein Fünftel aller Fälle von Unfruchtbarkeit gehen auf diese Infektionen zurück», sagt Klapp. Das Tückische daran: Fast immer verläuft die Erkrankung völlig unbemerkt. «Erst Jahre später zeigen sich dann möglicherweise die Konsequenzen, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt.»


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