Das heimliche Hungern: Magersucht wird oft erst spät erkannt
Oft bezeichnen Betroffene sich selbst lange nicht als krank. «Zum Krankheitsbild gehört eine ganz ausgeprägte Verleugnungsstrategie», sagt BZgA-Direktorin Pott. Laut Friederich verändern meist erst körperliche Beschwerden wie Erschöpfung, Kreislaufbeschwerden, Schlafstörungen und innere Unruhe die Selbstwahrnehmung. Damit steigt möglicherweise die Bereitschaft zur Therapie.
«Je früher Magersucht behandelt wird, umso leichter ist es, sie in den Griff zu bekommen, weil die psychischen Strukturen noch nicht so verfestigt sind», rät Kathrin Harrach, Sozialpädagogin und Beraterin beim Selbsthilfeverein Magersucht in Wiesbaden. Die Behandlung erfolgt in einer ambulanten oder stationären Psychotherapie.
Auf dem Weg dorthin brauchen die Patienten verständnisvolle Begleitung. «Mit Sätzen wie 'Jetzt iss doch endlich - das kann doch nicht so schwer sein', erreicht man gar nichts», warnt die Beraterin. «Verständnis» setzt auch voraus, dass sich Angehörige und Freunde selbst gut über Magersucht informieren.
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