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Stichwörter: KrebsChemotherapie
Mittwoch, 5. März 2008

Damit die Stimme bleibt: Kehlkopfkrebs frühzeitig erkennen

Berlin/Heidelberg (dpa/tmn) - Jede Menge Zigaretten und viel Alkohol - auf die Dauer verursacht das nicht nur Heiserkeit, sondern im schlimmsten Fall auch Kehlkopfkrebs. Diese Krebsart ist zwar vergleichsweise selten, aber dafür besonders heimtückisch.


Zug um Zug zerstört die Stimme - Zigaretten sind Hauptverursacher von Kehlkopfkrebs.(Bild: Schierenbeck/dpa/tmn)

Rund 2800 Männer und etwa 450 Frauen erkranken pro Jahr nach den Schätzungen der Deutschen Krebshilfe in Bonn neu. «Die entscheidenden Risikofaktoren für Kehlkopfkrebs sind Tabakrauch und erhöhter Alkoholkonsum. Wenn sie in Kombination auftreten, potenzieren sie sich», erläutert Prof. Jochen Werner, Hals-Nasen-Ohren-Experte bei der Deutschen Krebsgesellschaft in Berlin. Virale Infekte und das Inhalieren von Schadstoffen wie Asbest spielen hingegen kaum eine Rolle.

In rund zwei Dritteln der Fälle entsteht Kehlkopfkrebs im Bereich der Stimmlippen und der Kehlkopfhinterwand, Experten sprechen vom Glottiskarzinom. «Diese Form des Kehlkopfkrebses ist sehr früh und eindeutig erkennbar», sagt Prof. Werner. Typisch ist andauernde Heiserkeit. «Wenn die Beschwerden nach der Behandlung durch den Hausarzt nicht vollständig verschwinden und nach drei Wochen noch anhalten, sollte unbedingt der HNO-Arzt aufgesucht werden», rät Eva Kalbheim, Sprecherin der Deutschen Krebshilfe in Bonn.

Entsteht der Tumor hingegen im Bereich des Kehldeckels und der Tasche in der Nähe der Stimmbänder («supraglottisches Karzinom»), so macht er sich deutlich später und durch weniger spezifische Symptome bemerkbar. «Dazu zählen Kratzen im Hals, Räusperzwang, Fremdkörpergefühl und Schluckbeschwerden, die auch in die Ohren ausstrahlen können», zählt Prof. Werner auf.

Für den Facharzt ist die wichtigste Diagnosemethode zunächst die Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie). «Der große wissenschaftliche und diagnostische Vorteil bei dieser Krankheit ist, dass wir den Kehlkopfbereich, die Stimmlippen und ihre Beweglichkeit direkt beobachten können», erläutert Christian Simon, HNO-Arzt am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) in Heidelberg. Um mögliche Vergrößerungen der Lymphknoten zu erkennen, wird zusätzlich der Hals abgetastet und möglicherweise eine Gewebeprobe entnommen.

«Je früher der Tumor erkannt wird und je kleiner er ist, umso größer ist die Chance, dass er chirurgisch entfernt werden kann und dass der Kehlkopf erhalten bleibt», fasst Krebshilfe-Sprecherin Kalbheim zusammen. In aller Regel erfolgt der Eingriff dann mittels Lasertechnik durch die Mundhöhle. Im fortgeschrittenen Stadium kommt möglicherweise eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie infrage, um den Kehlkopf zu erhalten.


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